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Donnerstag, 15. Januar 2015

Roller Derby Try-Out in Enschede bei den Eastside Rock'n'Rollers

Foto: Eastside Rock'n'Rollers

Hallöchen,
gestern war also der große Tag: Frischling-Training im Roller Derby bei den Enscheder Eastside Rock'n'Rollers. 

Als erstes mussten wir ein Erklärung unterschreiben, dass wir den Verein nicht verklagen, falls wir uns verletzen, da wir wissen, dass ein Vollkontakt-Sport ist und Verletzungen nicht auszuschließen sind. Danach ging es in die Umkleiden, wo wir unsere Schutzkleidung bekommen haben - Knie-, Elbogen- und Handgelenkschoner und einen Helm. Anschließend sind wir in die Halle gescheucht worden,wo wir unsere Rollschuhe bekommen haben. Wir Frischlinge haben dann erst mal ganz brav auf der Bank gesessen bis uns jemand von den Erfahrenen als Schützling zu sich genommen hat. Marloes hat sich natürlich für mich entscheiden - da wusste sie noch nicht was auf sie zu kam! Wir sind die ersten Runde ganz langsam gefahren und sie ist vor mit rückwärts gefahren und hat mich an den Händen festgehalten. 

Sie hat mir zuerst gezeigt, wie man richtig "steht" - das heißt eher so im Hocken mit geradem Rücken skatet (sehr anstrengend für Rücken und Oberschenkel - erinnert an die Stuhl-Position beim Yoga (die ich im übrigen nicht so gerne gemacht habe)).  Das richtige Fallen ist auch sehr wichtig. Entweder man fällt zu erst ein Knie und behält das andere Bein angewinkelt an dem Körper oder man fällt nacheinander auf beide Knie. Eine dritte Variante ist dann noch sich so klein wie möglich zu machen und auch mit den Händen auf den Boden zu gehen - in so einem Gemenge kann ja dann viel passieren, wenn man sich lang auf die ganze Strecke verteilt beim Hinfallen. 

Soweit hat alles gut geklappt und ich bin auch nur einmal "ungeplant" hingefallen - und dann auf meinen Allerwertesten. Dann sollte ich bremsen üben. Das stellte sich aber dann doch eher als eine Schwierigkeit heraus. Ähnlich wie beim Skifahren sollte ich mit den Innenseiten meiner Beine in die Außenkanten der Füße drücken und so zum Stehen kommen - nix da! Außer Meerschweinchen-ähnlichen Geräuschen kam da nichts zustande. Eine andere Variante ist es den einen Fuß quer hinter den anderen zu stellen und so zu bremsen. Aber auch das wollte nicht klappen. Marloes tröstete mich mit dem Gedanken, dass ich ja immer Hinfallen kann, wenn es brenzlich wird.

Als nächstes hat sie mir gezeigt wie man eigentlich richtig fährt. Und zwar schiebt man dazu die Füße zur Seite und nicht nach Hinten und auf einmal habe ich richtig Fahrtwind bekommen - das war ein echt tolles Gefühl :-) Wir haben dann noch ein paar andere Fahrweisen versucht, aber dafür bräuchte ich noch mehr Muskeln an Stellen, die ich so sonst nie benutze. 

Nun waren wir, circa 15 Frischlinge, bereit um eine Runde "Reise nach Jerusalem" zu spielen. Dazu haben wir kleine Hütchen auf einer Linie auf der ovalen Strecke verteilt, um die wir herum fahren mussten. Wenn die Musik stoppte, sollten wir zu dem nächsten Hütchen (immer in Fahrtrichtung) laufen...ähmm ich meine fahren, bremsen und das Hütchen berühren. Zu meiner völligen Überraschung habe ich das Spiel gewonnen. Als nur noch eine andere Dame und ich übrig waren, stoppte die Musik genau nachdem wir an dem letzten Hütchen vorbei gefahren waren. Also mussten wir einen Sprint über die gesamte Strecke einlegen und mit einem wunderschönen Porutscher habe ich das Hütchen noch erreicht. :-)

Foto: Eastside Rock'n'Rollers
Zum Schluss haben wir noch eine Runde Derby auf Socken gespielt. Jeder musste mal den "Jammer" spielen. Das ist eine ganz schöne Rumgeschubserei sage ich euch. Und selbst auf Socken bin ich zwei Mal zu Boden gegangen. Als ich dann dran war und mich durch das "Pack" - also durch das Team zu mogeln, hatte ich ein kurzes Gefühl der Verzweiflung. Ich bin einfach nicht durch gekommen - und als ich es endlich geschafft hatte, musste ich ja dann die ganze Runde laufen nur um mich dann wieder durch die acht Teammitglieder zu manövrieren. Also auf Socken ist das Ganze ja noch nicht so meins - wobei Laufen an sich einfach nicht mein Ding ist. Auf Skates soll das ja noch mal anders sein und viel einfacher.... na wir werden sehen :-)


In dem Video sieht man, wie wir Socken-Derby gespielt haben. Mich sieht man auch kurz. Ich trage ein rosa Top (nicht zu verwechseln mit der Dame, die einen pinken Pullover trägt) und laufe unheimlich elegant wie eine Gazelle... nicht.

Nächste Woche gehe ich auf jeden Fall wieder hin. Man darf nämlich an drei Trainings teilnehmen, bevor man sich entscheiden muss, ob man ein Teil des Vereins werden möchte oder nicht.

Was den Muskelkater angeht: Also gestern Abend war ich völlig k.o.. Zuhause habe ich mich die Treppen hochgequält und mein Rücken tat einfach nur weh. Nach einer langen, heißen Dusche ging es mir schon deutlich besser. Dann habe ich leider einen bösen Migräne-Anfall bekommen und ich bin direkt ins Bett gegangen. Aber das Gefühl von "heute habe ich etwas für mich und meinen Körper getan" war echt toll und hält auch noch heute an. Mein Muskelkater ist nicht zu schlimm, freiwillig mehr als nötig die Treppen steigen, muss ich aber trotzdem nicht. :-)

Also zusammenfassend: Ein tolles Erlebnis - zum Weiterempfehlen!

Bis dann,

Donnerstag, 8. Januar 2015

Je suis Charlie

Je suis Charlie - University of Twente zeigt Solidarität

Hallo meine Lieben,

schrecklich was da gestern passiert ist! Ich habe das gar nicht so richtig mitbekommen. Erst als ich die ganzen Bilder mit "Je suis Charlie" bei Facebook und dann auch heute Morgen auf dem Campus der UT gesehen habe, habe ich mich erst informiert. Unfassbar schlimm! und doch ist es toll zu sehen, wie Medien Menschen auf der ganzen Welt zusammen bringen können und wie viel Einfluss die sozialen Medien haben. Bei den schlimmen Dingen, die da gestern in Paris geschehen sind (und heute auch noch weiter gehen), kann man nicht behaupten, dass Frankreich alleine da steht. Wäre das vor 10, 20 Jahren passiert, hätte die Unterstützung nicht so ein Ausmaß annehmen können. Auch wenn ich sonst nicht irgendwelche Nachrichten-Themen hier auf den Blog bringe, habe ich das heute doch für sehr wichtig empfunden. Was wäre es denn für eine Welt, in der wir nicht unsere Meinung frei verkünden dürften? Dann dürfte ich meine Sachen direkt packen und diesen Blog (so wie viele Millionen andere auch) schließen. Und das wäre noch das kleinste Problem... aber da sind wir uns ja sicher einig. Man ist sich gar nicht immer bewusst, was für ein Glück wir haben, sagen zu können, was wir wollen. Es gab da ja ganz andere Zeiten - und dafür brauch man in Deutschland nur 70 Jahre zurück gehen und in manch anderen Ländern ist das noch heute Status Quo. 

Diesen Eintrag widme ich mit tröstenden, unterstützenden und mutmachenden Gedanken Paris und den Angehörigen der Opfer auf der ganzen Welt, die für das Recht auf Pressefreiheit ihr Leben geben mussten. 

Je suis Charlie.





Break one, thousand will rise!

Freitag, 5. Dezember 2014

Holländer und ihre Eigenheiten Teil 2



Es ist wieder soweit. Zwei weitere Monate sind um und ich denke, ich habe wieder ein paar interessante Sachen in dem Land der Wasserexperten beobachtet. Hier geht es zum ersten Teil.

6. PRÜFUNGSPHASE

Also man kennt das ja, wenn es stressig wird, dann kann die gesunde Ernährung, die ja so wichtig ist, hinten über fallen. Die meisten Studenten in Deutschland haben in der Prüfungsphase mehr Probleme damit ihre Pizzarechnungen zu begleichen, als Töpfe und Pfannen abzuwaschen. Wenn Formeln, Zahlen, Wörter, Theorien.. etc. nicht ins Lang- oder Kurzzeitgedächtnis wollen, dann greifen viele zu Schokolade, Chips, Gummibärchen, Pizza, Tiefkühllasagne - einfach alles was schnell geht und den Nerven das nötige Durchhaltevermögen schenken. Der Nachteil ist natürlich, dass diese Nervennahrung auf den Hüften wieder zu finden ist. Das Glück der deutschen Studenten jedoch: Prüfungsphase gibt es nur zwei mal im Jahr! In den Niederlanden gibt es zwei mal pro Semester, sprich vier mal im Jahr eine Zeit der Völlerei (abgesehen von Weihnachten, Ostern und anderen Feiertagen, an denen geschnuckert und gemampft wird). Für mich heißt das - vier mal im Jahr unnötige Kilos anfuttern... die Leute im Bildungsministerium haben wohl die Bikinisaison bei dieser Überlegung nicht bedacht...

7. INDIREKTE BELEUCHTUNG

Mittlerweile sind wir ja in der kalten und dunklen Jahreszeit voll und ganz angekommen. Temperaturen um den Gefrierpunkt (vriespunt) und völlige Dunkelheit ab vier Uhr sind eindeutige Anzeichen für den Winter! Bei meinen täglichen Heimfahrten im Dunkeln ist mir was aufgefallen. Da man ja bekanntlich in Holland den Menschen sprichwörtlich von draußen auf den Teller gucken kann, weil die Häuser einfach mal riesige Fenster direkt am Straßenrand haben, habe ich bemerkt, dass die Holländer anscheinend große Fans von indirekter Beleuchtung sind. In eigentlich jedem Wohnzimmer, an dem ich vorbei fahre, scheinen kleine Lampen in den Ecken und sehr selten ist das große Deckenlicht an - höchstens in den Küchen und selbst da sehe ich es nicht so oft. Natürlich sieht es viel gemütlicher aus und ich kann diese Leidenschaft total nachvollziehen. Ungewöhnlich fand ich es trotzdem, da in Deutschland - zumindest, da wo man in die Wohnungen reinschauen kann - oft volle Beleuchtung erwünscht ist "Man sieht ja sonst nicht, was man auf dem eigenen Teller hat".



8. DAS ESSEN

Das bringt mich dann auch direkt zu meinem nächsten Punkt. Was haben die Holländer denn bloß mit ihren "tot-gematschtem" Essen. Schon vor meinem Umzug kannte ich Bitterballen und Fleischkroketten. Meiner Meinung nach, ist der Geschmack ja gut, aber die Konsistenz ist wirklich unerhört!- eine weiche Matschepampe umhüllt von einer knusprigen (viel versprechenden) Panade. Die Sucht nach Frikandeln (vor allem Frikandeln Spezial mit Zwiebeln) kann ich nicht nachvollziehen. Letztens habe ich ein Schnitzel bestellt - und was habe ich bekommen? Eine panierte Scheibe Fleischmasse mit eingearbeiteten Kräutern - das dürfte sich in Deutschland kein Schnitzel nennen (hier ein kleiner Wink an "Don't Call It Schnitzel - Thillmann's Toasty). Und von den Brötchen möchte ich ja gar nicht erst anfangen zu reden. Also entweder sind sie knüppelhart (vom Bäcker wohl gemerkt!) und fallen in sich zusammen, wenn man reinbeißt. Ich hatte das Gefühl als ob ich eine Wolke beiße - nicht so angenehm, wenn man wirklich hunger hat! ODER man bekommt Hamburger-Brötchen zum Frühstück. Zum Glück habe ich schon meine "guten Brötchen Stellen" ausfindig gemacht. Denn an den Frischetheken sowohl die Aufbackversionen bei Lidl und Albert Heijn können als "normale" köstliche Brötchen durchgehen. Denn wenn ich hier schon kein Vollkornbrot kriege, möchte ich wenigstens vernünftige Brötchen essen können.  Aber die Holländer können ja doch auch was leckeres zaubern! Zum Beispiel bin ich ein großer Fan von Stroopwafels, Kaas und Frietjes! Und das alles ist ja bekanntlich Geschmackssache...ich möchte nur mit diesem Punkt sagen, dass man sich hier auf etwas gefasst machen muss. Und die niederländischen Stamppots habe ich ja noch gar nicht probieren können. Vielleicht kann ich mich ja doch noch für die niederländische Cuisine begeistern lassen - mit den Süßigkeiten haben sie mich ja schon längst gewonnen!

9. FREUNDLICHKEIT

Seitdem ich hier wohne - also in ganzen drei Monaten habe ich erst einen einzigen unfreundlichen Niederländer getroffen! Und das finde ich einfach einzigartig! Ich bin so begeistert davon, dass hier alle so nett sind. Die Professoren lächeln, wenn man an ihren Büros vorbeigeht. In der Stadt rempelt dich keiner an und auch sonst hilft dir jeder, wenn du danach fragst - und das sogar auf deutsch, wenn sie merken, dass du aus Deutschland kommst. Und doch muss es ja Ausnahmen geben und von dieser Situation wollte ich berichten. Ich war auf dem Weg zur Uni und fuhr gemütlich auf meinem Fahrrad auf dem Fahrradweg. Dabei wurde ich (wie so oft) von einem Radfahrer überholt. Ich fuhr hinter ihm her und konnte auch für eine Zeit mithalten. Dann kam uns ein joggendes älteres Pärchen auf dem Radweg entgegen und anstatt dass der Radfahrer vor mir weiter auf die rechte Seite fuhr, NEIN, da rahmt er doch wirklich den alten Herrn an der Schulter! Ich konnte meinen Augen nicht trauen und dann fuhr er auch noch einfach weiter! Der arme Mann schrie nur "godverdamme!" hinter diesem Rüpel her. Ich war total geschockt und habe im gleichen Zug mein erstes Schimpfwort gehört, seitdem ich hier bin. Natürlich kannte ich es schon, aber es in live und mit voller Berechtigung zu hören war schon ein Erlebnis!

10. SINTERKLAAS

Also das habe ich gerade letzte Woche gelernt und mir noch mal explizit von einem Niederländer erklären lassen. Hierzulande kommt am Abend des 5. Dezember Sinterklaas (Nikolaus) zu den Kindern. Dabei ist auch Zwarze Piet (schwarzer Peter), der die Kinder glaub ich verhaut, wenn sie schlecht waren. Sinterklaas bringt die Geschenke und kommt mit seinem Schiff aus Spanien (obwohl wir ja mittlerweile alle wissen, dass Nikolaus ein türkischer Bischof ist). Na, auf jeden Fall gibt es hier wohl jedes Jahr die gleiche Debatte darüber, ob Zwarte Piet nun rassistisch oder nicht. Also nicht die Figur an sich, sondern wofür sie steht. Denn Zwarte Piet ist schwarz, hat leuchtend rote Lippen und dicke schwarzen Locken. Er trägt ein buntes (Clowns-)Kostüm und wird von allen Kindern geliebt. Sinterklaas hat wohl die Sklaven befreit oder zumindest irgendwas sehr nettes für die Familie/Volk von Zwarte Piet getan (da sollte ich vielleicht noch mal nachfragen) und aus Dankbarkeit dient Zwarte Piet nun Sinterklaas. Und seit einigen Jahren beschweren sich halt Leute darüber, dass sich weiße Menschen schwarz anmalen und in ein Dieneroutfit steigen. So wirklich kann ich diese Aufruhe nicht verstehen. Alle lieben Zwarte Piet und keiner denkt dabei an Rassismus oder daran dass alle schwarzen Menschen Diener sein sollten. Meiner Meinung nach, ist es einfach ein schöner Brauch und im November und Dezember sieht man Zwarte Piet überall. Außerdem ist dieses Fest fast wichtiger als Weihnachten. Denn am Heiligen Abend gibt es hier wohl "nur" ein großes Familienessen, aber keine Geschenke. Die gibt es ja nun schon am 5. Dezember.

Foto: http://www.centrumstadskanaal.nl/

Ich hoffe, die Niederländer, die meinen Blog lesen, sind nicht ganz zu enttäuscht von meiner Meinung übers Essen und freuen sich eher noch mehr darüber, dass ich sie als ein unheimlich freundliches und zuvorkommendes Völkchen sind. Ich liebe es hier zu wohnen und täglich neue Entdeckungen zu machen. Und deswegen gibt es heute auch wieder ein neues Lieblingswort: flauwe grap! Das heißt so viel wie schlechter Witz. Denn genau so einen haben wir heute in unserem Niederländischbuch gelesen :-)

Bis dann meine treuen Leser,

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Ablenkung ist die beste Vorbereitung


Mein Tag braucht etwas mehr Farbe,

ein weiterer grauer, dunkler und nebeliger Tag in Holland - nichts Neues, habe ich gehört. Aber so muss man sich dann eben ein wenig Farbe ins Haus holen. Und ich habe meinen Vormittag damit verbracht mein Rezeptbuch zu gestalten. Ich habe mir bei Amazon schon ein schönes Album ausgesucht, wo ich dann die einzelnen Rezepte reinheften kann und der Termin zum Drucken am elterlichen Farblaserdrucker steht auch schon. Mama hat mir schon vor einiger Zeit viele Familienrezepte aufgeschrieben, aber Handgeschriebenes verblasst ja irgendwann und außerdem macht es einfach zu viel Spaß mit InDesign herum zu spielen. Ein paar Layouts stehen schon, Texte sind auch schon geschrieben. Jetzt muss ich die Rezepte nur mal kochen damit ich auch schöne Fotos dazu habe. Deswegen habe ich heute auch direkt eins der Rezepte gekocht: Paprikareispfanne. War ganz lecker, aber ich hätte doch noch mehr Curry an die Soße machen können.



Natürlich war diese halbtägige Aktion auch ein wunderbarer Grund mich vom Lernen abzuhalten. Am Montag ist die nächste Prüfung und ich habe gestern mit Anna schon mal einen groben Eindruck über das fiese Lernmaterial bekommen. Da ich keine richtige Technik zum Lernen habe, probiere ich immer wieder was Neues aus und dieses Mal benutze ich Lernkarten. Nachdem ich heute noch ein paar rausgeschmissen habe, sind es nun 65 an der Zahl. Noch vier Tage zu lernen - sprich ich muss jeden Tag mindestens  17 Karten schaffen. Na dann mal ran an den Speck, würde ich sagen...

Genügend Motivation sollte ich eigentlich haben, denn gestern waren schon die Noten von der Klausur von Montag online. Und da ich mich wirklich nicht gut vorbereitet gefühlt hatte, die Klausur dann aber doch ganz gut lief, bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden! Mit einer Neun als Gesamtnoten kann ich mich sehr glücklich schätzen, denn ich habe ja schon so viel schlechtes über die holländischen Noten gehört. Warten wir aber erst mal nächsten Montag ab und meine Abgabe von dem Theorieteil meiner Premasterarbeit, dann darf ich mir ein wahres Urteil erlauben.

Zur Erklärung: 10 ist die beste Note im holländischen Notensystem

Bis dann,

Montag, 27. Oktober 2014

Erste Prüfung an der Utwente - Communication Science


Hallöchen meine Lieben,

letzte Woche ist es ein bisschen ruhig auf meinem Blog gewesen und das hatte auch einen guten Grund: Meine erste Prüfung an der University of Twente. Ich hatte ja schon erzählt, dass ich 36 Theorien auswendig lernen musste. Nun ja, das ganze hat sich doch etwas (ganz viel um ehrlich zu sein) schwieriger herausgestellt als geplant. Ich war noch nie gut im Auswendiglernen. Ich bin eher ein verstehen-und-machen-Typ, halt learning by doing. Das ging hier nicht. Einfach stumpf Zeile für Zeile und bei manchen Wörtern Buchstabe für Buchstabe merken. Ich kenne auch jetzt nicht die Bedeutung zu allen Wörtern... denn zu der Masse kommt auch noch die fremde Sprache. So sehr ich Englisch liebe, aber manchmal gibt mir auch diese Sprache Kopfschmerzen und Zungenknoten. Und wie heißt dieser tolle Spruch: Geteiltes Leid ist halbes Leid! Und deswegen habe ich mir eine Lerngruppe zusammengestellt. Da schon meine fleisch-und-blut Freunde schon nicht in Holland wohnen, damit ich mit ihnen lernen kann, müssen eben meine zweitliebsten Genossen herhalten. Darf ich also vorstellen: Heffalump, Mentor mit offenem Ohr für allerlei Problemen; Waschbär, dieses schlaue Kerlchen hat mir schon im Abi die richtigen Antworten ins Ohr geflüstert; Pinguin ohne Namen, Experte aus der Praxis - lange Zeit tätig im Erlebnis-Zoo Hannover und TUI; Eule - ich brauche zumindest eine "Person" in der Runde, die dümmer ist als ich --- aber pssst!


Zu viel lernen ist auch nicht gesund und da ich ja gut im Ausreden finden bin und mich grandios ablenken kann, habe ich erst einmal meine "viele" Zeit genutzt und endlich mein geliebtes Elefanten-Hintern-Poster aufgehangen. Da ich jetzt keinen Platz mehr an meinen Wänden dafür habe, habe ich einfach für die WG entschieden, dass sie beim Kochen diesen entzückenden Hintern sehen müssen. Ich finde, dass er da sehr gut hinpasst und ich erfreue mich beim Frühstück an dem pinken Farbklecks an einem grauen Herbstmorgen.  

Heute war dann der Tag der Wahrheit: Prüfungstag! Und nicht wir schreiben unsere Examen ja nicht irgendwo, sondern in einem speziellen Gebäude, das extra für solche Gelegenheiten eingerichtet ist. Unseres heißt "Therm" - nicht zu verwechseln mit "Thermen", kein Wasser in Sicht und auch keine entspannenden Sprudeldüsen.... Das einzige Wasser ist der Angstschweiß der Studierenden, die hier zusammengepfercht (Platz für bestimmt 300) in Reih und Glied sitzen und ihre "Kreuzchen" machen. Mein Professor hat sogar während wir noch geschrieben haben, die Klausuren korrigiert, die schon abgegeben wurden. Aber nun zu meinem "na wie war die Klausur-Gefühl": Es kamen 17 anstatt die angekündigten 10 Fragen dran. Bei manchem musste man nur mit einem Wort antworten, aber ich habe aus Sicherheit mal ein bisschen mehr geschrieben und die Antwort etwas ausgeschmückt. 16 von den 36 Theorien sind abgefragt worden und bis auf eine konnte ich alle Fragen reibungslos beantworten. Bei der einen sind mir 4 von 11 Faktoren nicht eingefallen... mal sehen. Ich bin wirklich gespannt, wie die Klausur ausfällt, denn wie ich schon gehört habe und euch auch schon erzählt habe, vergeben die Holländer ihre guten Noten nicht leichtfertig. Ich werde berichten.



Zur Belohnung habe ich für meine Lerngruppe und mich ein paar leckere Sachen im Supermarkt geholt. Meine Lieblingsnachos, neue "light" Chips und ein Sixpack Radler. Dann sag ich mal Prost ;-) ich muss aufpassen, dass Heffalump nicht wieder über seinen Durst trinkt. Also bis bald!



Donnerstag, 16. Oktober 2014

Kermis in Enschede


Goedeavond allemaal,

ik ben Sabrina en ik woon in Enschede. Ik heb een klein gesin, maar een groot familie. Okay... also ein bisschen mehr habe ich diese Woche schon in meinem Niederländischkurs gelernt. Wir (Anna, Mery und ich) mussten heute soooo sehr lachen. Die holländische Sprache ist einfach zu schön. Hier ist es keine Untat, sondern eher noch netter, wenn man auf eine Frage mit: "Ja hoor!" antwortet... wenn man da mit einem englischen Ohr hinhört, könnte man die Konversation leicht falsch verstehen. Sehr süß fanden wir auch "tussenvoegsel" (das u wird wie ü ausgesprochen und oe wir u). Das Wort beschreibt einfach das Wort zwischen dem Vor- und Nachnamen - so etwas wie "van der". Es hört sich einfach für ein deutsches Ohr total niedlich an. Aber mein Lieblingswort des Tages ist: de dierentuin - der Zoo (ui wird wie au ausgesprochen). Die wörtliche Übersetzung ist Tiergarten, so wie bei uns, aber es hört sich doch schon irgendwie wie "Tierstadt" an - einfach zauberhaft ;-)

Nach unserem lernreichen und langen Tag in der Uni, sind Anna, Philipp und ich auf die Herbstkirmes in Enschede gegangen. Das war wirklich toll. Überall standen ausgehöhlte Kürbisse und die Buden waren mit Spinnen und Spinnweben passend zu Halloween geschmückt. Was mir eigentlich gut gefallen hat, war dass es weniger Fressbuden und dafür mehr Fahrgeschäfte gab. Das kennt man ja aus Deutschland etwas anders. Ich bin zwar kein Typ, der unbedingt überall drauf gehen muss, aber zum Angucken fand ich das schon ganz nett. 


Heute war außerdem "Eurotag" - jede Fahrt nur ein Euro! Und da es so günstig war, sind wir drei ins Spiegelkabinett gegangen ... etwas wenig Spiegel und zu viel Zeugs, das von der Decke hing. Mehr als ein Euro war das auch nicht wert. Aber zumindest haben wir uns in eine Sache "reingetraut". Ich habe mich auch sehr über die Pommes gefreut, auf die ich nun schon Wochenlang warte.... Anna hat sie sogar - echt niederländisch - mit Joopiesauce gegessen. Philipp stand eher auf Pommes Spezial mit rohen Zwiebeln und einer Fleischkrokette. Etwas Süßes haben wir uns auch noch gegönnt. Die beiden zukünftigen Katzenbesitzer haben sich eine Waffel und eine Zimt-Zuckerstange mit nach Hause genommen und ich habe mich für einen Bananenbollen entschieden, der leider leckerer aussah, als er wirklich war...


Ach und noch etwas: Danke für die 6.000 Besuche innerhalb von 4 1/2 Monaten. Überwältigend, wie schnell der Zähler sich bewegt, sobald ich wieder etwas neues geschrieben habe. DANKE SCHÖN für eure Unterstützung :-) Das macht mich schon ein wenig stolz auf meinen kleinen Blog.


Bis dann,


Donnerstag, 9. Oktober 2014

Erste Stunde im Niederländisch-Kurs


Goedemorgen allemaal en welkom in de cursus Nederlands.

Mein Tag hat heute schon echt holländisch angefangen - zumindest glaube ich das. Ich habe gestern im Supermarkt einen Brotaufstrich gefunden, der "Speculoos" heißt. Der hat mich soo angelächelt, dass ich ihn gleich mitgenommen habe. Heute morgen habe ich ihn probiert und ich muss sagen, es schmeckt wirklich wie ein Keks (ein Spekulatius) auf Brot. Schön cremig und nicht ganz zu süß - etwas weihnachtliches hat das Ganze auch. Ich weiß nur nicht so wirklich, ob das was typisch holländisches ist. Aber das kriege ich sicherlich noch raus.

Als ich heute so über dem Campus spaziert bin, ist mir aufgefallen, dass sich viele Blätter schon gefärbt haben. Ich liebe den Herbst. Alles wird bunter und die Luft ist einfach zum Genießen schön. Natürlich kein der niederländische Herbst nicht mit dem Indian Summer in Vermont mithalten. aber ein paar schöne Bilder konnte ich trotzdem machen.


Soooo und jetzt komme ich zum Highlight meines Tages: Erste Stunde des niederländisch Kurses. Irgendwie war es komisch. Es ist schon so lange her, dass ich eine neue Sprache gelernt habe und ich kann mich auch gar nicht mehr so richtig erinnern wie das war. Na ja... unserer Lehrerin ist wirklich nett und versucht uns alles zu erklären und spricht so viel niederländisch wie geht. Natürlich erklärt sie uns zwischendurch auch etwas auf englisch - und das ist manchmal auch besser so - aber das wird sie wohl mehr der Zeit auch ganz einstellen. Heute haben wir gelernt, wie wir uns vorstellen (zich voorstellen). Also Name, Vorname - Nachname, woher man kommt, wo man wohnt, welche Sprache man dort spricht. Personalpronomen und die Konjunktion von Verben haben wir auch schon "gelernt". Außerdem haben wir die Zahlen durchgesprochen. Am schwersten fiel mir die Zahl 1986.... ein Zungenbrecher mit Hustanfall... aber naja, das mit dem "G"-Geräusch bekomme ich schon irgendwie hin. Bis nächste Woche sollen wir die Vokabeln vom ersten Kapitel lernen und ein paar Aufgaben lösen. Bemerkenswert war auch, dass unsere Lehrerin immer "mooi" gesagt hat, wenn jemand etwas richtig ausgesprochen hat. Das fand ich sehr schön - direkt rein in die niederländische Kultur :-)


Heutige Lieblingswörter: Engelsman/ Engelse (Engländer/Engländerin)

Morgen geht es nach Hannover und ich sehe endlich endlich endlich meinen Fabi wieder!! Wir haben uns das letzte Mal Mitte August gesehen - ich freue mich schon soooooo sehr :-)


Ich wünsch euch also schon mal ein wunderbares Wochenende und bis die Tage,

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Holländer und ihre Eigenarten Teil 1


Hey meine Lieben,

heute gibt es mal ein kleines Update über den GROßEN Kulturschock, den ich hier erlebe... der wurde mir ja quasi versprochen... oder eher angedroht. Naja, ich muss sagen, bisher bin ich weder schockiert noch denke ich, dass ich neu-kultiviert wurde ;-) Jedoch sind mir schon ein paar Punkte aufgefallen, die die Holländer auszeichnet und zu einem süßen Völkchen machen.

1. FAHRRÄDER!!!
Ja, das ist nun wirklich nichts Neues. Das ist wohl auch eins der vielen Dinge, die jedes Kind weiß: In Holland fährt nun mal jeder mit dem Fahrrad. Und auf dem Campus wird einem das auch noch mal deutlicher. Leider habe ich noch kein Foto von dem ganzen "Ausmaß" gemacht, aber oben seht ihr ja schon ein kleines Stückchen. Den Fahrrädern nach zu urteilen, müssten die Gebäude vor Studenten nur platzen. Es ist unglaublich wie viele Räder hier stehen. Ein Tipp, den ich schon in der ersten Woche bekommen habe:"Dein Schloss muss nicht das sicherste auf dem Markt sein, ABER es muss sicherer aussehen, als das deines Nachbarn." - und genau danach sollte man sich wohl auch seinen Stellplatz aussuchen.

2. DREI KÜSSCHEN

Zur Begrüßung gibt man sich hier drei Küsschen - rechts, links, rechts! Bei meinen ersten Begegnungen kam es dadurch zu peinlichen Momenten... Aus Deutschland bin ich es noch gewöhnt ein Küsschen zu geben. Wenn der Gegenüber dich dann noch einmal zu sich zieht, denkst du dir: "Ach, hier macht man es wohl auf beiden Seiten - das kenne ich auch noch." -- ABER nein, dein Gegenüber ist danach immer noch nicht zufrieden. Du willst schon fast wieder gehen, doch du wirst noch ein weiteres Mal herangezogen. Wie gesagt, bei den ersten Begrüßungen fand ich das etwas befremdlich. Vor allem weil ich nicht wusste, ob es nun eine persönliche Vorliebe der Person war oder ob das nun mal alle hier so machen. Wenn man so etwas weiß, sind die Begrüßungen bei weitem angenehmer und ich habe mich auch schon fast an die vielen Küsschen gewöhnt.



3. SAGS MIR INS GESICHT

In Holland redet man nicht lange um den Brei herum. Daran musste ich mich auch erst mal gewöhnen. Gerade einer meiner Professoren ist mir aufgefallen. Eigentlich fand ich ihn sehr sympathisch, bis er irgendwas über die Prüfung gesagt hat (ich weiß leider nicht mehr was es genau war). Aber ich weiß noch, dass ich danach gedacht habe: "Mensch, der ist aber echt kacke! So direkt hätte das kein deutscher Professor gesagt". Nun ja, wenn man sich dann aber vor Augen hält, dass die Holländer das gar nicht böse meinen, sondern einfach ehrlich sind, ist die Stimmung auch direkt wieder viel besser.

4. LEKKER, LEUK, MOOI EN GEZELLIG

Diese vier Wörter hört man hier an jeder Ecke. Lekker, leuk und mooi benutzen die Holländer um zu sagen, dass etwas toll war. Essen kann zum Beispiel lekker sein. Eine Party auf jeden Fall leuk und mooi ist glaub ich vielleicht eher etwas, was man für Menschen benutzt... da bin ich mir aber noch nicht ganz sicher. Wenn eine Party oder eine nette Runde bei Freunden toll war, dann nennen das die Holländer gezellig. Es kommt unserem "gesellig" schon sehr nah, im englischen gibt es erstaunlicherweise keine richtige Übersetzung dafür.

5. GEBURTSTAG

Hier in den Niederlanden gratuliert man auch den Leuten, die nur mit dem Geburtstagskind verwandt sind. Wenn zum Beispiel mein Vater Geburtstag hat, würden meine Freunde mir dazu gratulieren. Das ist hier total normal - auch wenn das wohl nur unter Freunden gemacht wird. Merkwürdig und doch interessant fand ich diese Eigenart schon.


So, das wars erst mal mit meinen Eindrücken. Ich schätze, dass in den kommenden 1 1/2 Jahren noch einige Beobachtungen dazu kommen. Also seid gespannt ... Ich bin jedenfalls benieuwd!


Bis die Tage,


Freitag, 19. September 2014

Avocadosalat auf Lachs

Goede dag,

ich war ja Dienstag in der Stadt und bin mit einem Platten nach Hause gekommen. Nun ja, da keiner meiner neugewonnenen holländischen Freunde helfen konnte, bin ich zur Fahrradwerkstatt auf dem Campus gefahren (so lange haben die Reifen noch gehalten). Dort habe ich dem Herren versucht klar zu machen, dass ich gerne neue Reifen haben möchte und habe ihm schon mal einen Schlauch mitgebracht, da ich den noch Zuhause hatte. Er meinte, dass ich das Fahrrad am nächsten Tag wieder abholen kann. Nun gut. Dann bin ich also am Mittwoch mal mit dem Bus nach Hause gefahren - ist ja auch mal ganz schön. Gestern bin ich dann also wieder hin und wollte mein schön geblümtes Rad abholen. Doch leider hing mein Fahrrad immer noch in luftiger Höhe in der Werkstatt mit meinen alten Reifen. Dieses Mal war ein anderer Herr da, der nicht so recht wusste, was er mit meinem Fahrrad denn eigentlich tun sollte. Also habe ich es ihm noch mal erklärt. Damit ich nicht wieder mit dem Bus fahren musste (und 1,50 pro Fahrt läppert sich ja doch irgendwann), gab er mir ein Ersatzfahrrad. Es hat winzige Räder und fuhr sich ganz merkwürdig... aber Hauptsache ich habe einen fahrbaren Untersatz. Als ich heute Morgen aufgewacht bin hat es in Strömen geregnet - und ich dachte mir so "Heute fährst du garantiert nicht mit dem Fahrrad zur Uni". Also bin ich mit dem Auto gefahren und bin in der Pause zur Werkstatt hin, um mein richtiges Fahrrad abzuholen. Dieses Mal war auch alles fertig und der Preis hat mich dann auch noch überrascht. Ich hatte eigentlich mit Minimum 20-30 Euro pro Reifen plus Schläuche plus Arbeitsaufwand gerechnet. Also so 70 Euro. Aber anscheinend gab es da einen Paketpreis und ich bin mit knapp 54 Euro davon gekommen. Aber irgendwie macht das Fahrrad nun komische Geräusche beim Fahren - ich bin kein Experte und lasse mich schon von den kleinsten Abnormalitäten beunruhigen. Ich beobachte das mal weiterhin...

Mein Ersatzfahrrad

Am Mittwoch habe ich wieder mit meinen holländischen Freunden zusammen gekocht. Diese Woche waren wir bei Julien zu Gast. Jeroen hat das Rezept mitgebracht: Avocadosalat auf Lachs mit einer Zucchini-Suppe als Vorspeise. Da ich ja keinen Fisch esse, gab es für mich Brot dazu. Es war wirklich lecker. Ich habe noch nie zuvor Avocados gegessen und ich bin echt begeistert. Auch die Suppe war, wie die Holländer sagen, lekker :-) Anschließend haben wir wieder ein bisschen holländisches Fernsehen geschaut - natürlich war "Goede tijden, slechte tijden"auch dabei. 

Zum Nachkochen

Heute haben wir in dem Tutorial zum ersten Mal wirklich gerechnet. Bei den Hausaufgaben habe ich es schon mal selbst probiert und die "Item-Variance" per Hand ausgerechnet - woran ich natürlich kläglich gescheitert bin. Heute haben wir gelernt, dass man diese in wenigen Schritten einfach mit dem Taschenrechner ausrechnen kann - und schon habe ich meine lang vergessene Liebe für meinen super tollen Taschenrechner wiedergefunden. Das einzige Problem ist nun nur noch, dass ich keine Ahnung habe, was ich da eigentlich ausrechne und wofür die ganzen Begriffe stehen - aber bis zur Prüfung ist ja noch ein bisschen Zeit. Heute haben wir auch mit SPSS angefangen. Das ist ein Programm, mit dem man Forschungsdaten in schöne Graphen und Zusammenhänge bringen kann. Hier gilt das gleiche Problem wie oben - ich weiß nun wie ich die Daten produziere - sie interpretieren kann ich jedoch nicht.

Ah und hier noch ein schönes Bild von unserem Campus. Man sagt sich, dass man mancher nachts noch die Turmglocken hört, wenn die Geister mal wieder spuken.



Ich freue mich schon sehr auf die Piratenparty heute Abend - ich werde berichten und Fotos machen :-)

Bis dann,


Montag, 15. September 2014

Mathematische Formeln schüchtern mich ein

Hallo meine Lieben,

die Zeit hier vergeht ganz schön schnell. Ich bin jetzt schon in der dritten Studienwoche! Und ich sag euch, es wird nicht weniger. Letzte Woche habe ich mich zum ersten Mal mit meiner Pre-Master-Arbeits-Gruppe getroffen. Zusammen mit unserem Betreuer haben wir erste konkrete Fragestellungen und Vorgehensweisen besprochen. Ich musste leider früher gehen, da ich noch einen anderen Kurs hatte. Aber was ich bis dato gehört hatte, klang viel versprechend und nach viel Arbeit. Wir müssen nun erst mal ein paar "Variablen" definieren. Mal sehen wie es dann weiter geht. Heute haben wir im Kurs "Research Methodology and Descriptibe Statistics" mit Formeln der Stochastik angefangen. Mensch, ich dachte ich würde Kommunikation studieren und nicht Mathematik. Denn ohne so etwas jemals zuvor in einer Forschung gesehen zu haben, war ich doch etwas überfordert mit den ganzen Alphas, Xen und anderen mysteriösen Variablen. Aber unser Professor hat versprochen, dass wir nicht in Panik verfallen sollen, denn es würde sich bald alles klären.... na mal sehen...



Freitag war ich auf einer Geburtstagsparty von Alex' Freundins Mitbewohnerin - etwas kompliziert... aber ich war keine Party-Crasherin, sondern das Geburtstagskind wusste Bescheid. Lustig war, dass es eine gemischte Party war - Deutsche und Holländer. Und man wusste irgendwie nie auf welche Sprache man die Leute nun ansprechen sollte. Beim Kickern (ja, richtig gelesen - es gab einen pinken! Kickertisch, an den ich mich direkt ran gemacht habe) hat sich das dann eh erledigt, denn dort waren die Deutschen natürlich in der Überzahl. Alex hat mal wieder eine Flasche Sambuca besorgt, vor der ich dieses Mal etwas die Finger gelassen hatte. Auf dem Foto sieht man mich zwar mit Alex und dem Freund des Geburtstagskindes mit Sambuca anstoßen, aber das glaube ich der letzte meiner maximal drei Shots. Dieses Mal war nämlich Alex derjenige, der früher als gedacht nach Hause wollte und trotz längerem Heimweg, haben wir es doch heile nach Hause geschafft.



Heute habe ich mich endlich dazu durchgerungen eine niederländische Simkarte zu besorgen. Die gab es übrigens kostenlos im Supermarkt auf dem Campus. Ich habe sie auch schon eingelegt und es funktioniert alles prima. Sehr überrascht bin ich schon, dass WhatsApp und Threema immer noch meine deutsche Nummer verwenden - aber so lange es funktioniert, werde ich mich nicht beschweren.


Und ich weiß nicht, ob ich euch das erzählt habe, aber am Freitag lag ein Zettel von der Post im Briefkasten, dass ein Paket für mich nicht zugestellt werden konnte. Nun ja, es stand aber nicht auf dem Zettel wo denn nun mein Paket abgeblieben war. Also habe ich mich heute auf den Weg zur nächsten Post gemacht - die übrigens nur ein Schalter in einem Drogeriemarkt ist - und hab auf gut Glück nachgefragt, ob mein Paket dort angekommen ist. Und siehe da - mein Paket. Wirklich spannend war der Inhalt dann aber doch nicht. Drei meiner neuen Unibücher (teuer!) sind endlich angekommen. Leider ist das, was ich wirklich brauche, da ich wöchentliche Hausaufgaben machen muss, nicht dabei. Und ich weiß nicht wirklich, wann es noch ankommen soll. Vier Kapitel habe ich mir schon zusammen kopieren lassen - bald lohnt sich das Buch gar nicht mehr.


Nun ja, so weit so gut und das wäre es dann auch für heute. 

Bis die Tage,

Freitag, 5. September 2014

Echtes Studentenleben

In der Bibliothek

Hallo meine Lieben,

die ersten Tage sind herum und ich muss sagen, ich fühle mich jetzt schon mehr wie eine Studentin als ich mich je in Hannover gefühlt habe. Allein auf dem Campus herumzulaufen... oder eher mit dem Fahrrad herumzufahren ist so toll. Der Campus ist wirklich schön und hat viele Grünflächen und kleine Teiche. Und es gibt so viel zu entdecken. Bisher hatte ich jeden Kurs in einem anderen Gebäude und dass es einen Supermarkt und einen Friseur gibt ist auch nicht selbstverständlich. Ich bin begeistert! Aber was natürlich auch zu einem echten Studentenleben gehört, ist das Lernen. Nun ja... in Hannover musste ich immer nur vor den Klausuren lernen und wirklich viel viel viel zu tun, hatten wir während des Semesters auch nicht - sagen wir es mal so: Ich habe mich nicht kaputt ackern müssen. Jetzt habe ich noch nicht mal die erste Woche hinter mir und schon stapeln sich die Hausaufgaben und die erste Gruppenarbeit (die meine Pre-Masterarbeit mitbestimmt) mit ACHT!!! Leuten steht auch schon fest. Da ich mich Zuhause einfach zu gut ablenken kann, bin ich heute mal in die Bibliothek gegangen und habe dort meine Hausaufgaben gemacht. Ein gutes Gefühl war das schon... aber irgendwie viel geschafft habe ich den zwei Stunden doch nicht.  

Aber ich wollte noch kurz was zum Essen am Dienstag erzählen. Wir haben leckere Nudeln mit Hühnchen und Gemüse gemacht. Wir waren zwar nur zu viert, aber hatten trotzdem einen schönen gemütlichen Abend. Damit wir die Kosten in Zukunft besser unter Kontrolle haben, hat Julien eine tolle App vorgeschlagen - es ist eigentlich eine Webseite www.wiebetaaltwat.nl , die man auch auf englisch schalten kann - die App ist jedoch nur auf niederländisch...aber mit ein bisschen Fantasie geht das schon. Auf jeden Fall kann man da eingeben, was man gekauft hat und dann auf die verschiedenen Personen aufteilen. Wie ihr im Bild seht, bin ich mit 10,73 Euro im Plus und wenn jemand beim nächsten Treffen einkaufen geht, wird das von meinem "Konto" abgezogen. Ich finde, dass das eine ganz schön praktische Sache ist :-)

www.wiebetaaltwat.nl

Ungefähr so sah übrigens unser Festmahl aus - anstatt einem Radler gabs aber leckeren Hauswein von Albert Heijn (DEM niederländischen Supermarkt).



Bis dann,

Dienstag, 2. September 2014

Erster Tag an der University of Twente


Hello my dear friends,

gestern war mein erster Tag an der Uni.. der erste offizielle! Morgens (also studentisches Morgen um 10:45 Uhr) hatte ich den Kurs namens "Research Methodology and Descriptive Statistics". Da geht es eigentlich nur um wissenschaftliche Forschungsmethoden. Und was ich bisher gehört habe, kannte ich schon von meinem Bachelorstudium. Da sind die Predigten von Herrn Szyszka wohl doch hängen geblieben. Die Vorlesung fand in einem Theatersaal statt - das hat mich auch sehr an meine alte Uni erinnert, dort hatten wir Kurse in einem Kinosaal, der noch von der Expo2000 übrig geblieben war.

Meine erste Vorlesung an der neuen Uni

In der Pause haben Anna und ich uns bei der Vereinigung unseres Studiengangs eingeschrieben. Wir sind nun Mitglieder von Communique und dürfen uns so viel Kaffee und Tee holen wie wir wollen :-) Und natürlich hat die Mitgliedschaft noch andere Vorteile.... wie zum Beispiel 10 % Rabatt auf den Kauf von Büchern - und es tut trotzdem noch weh! Hoffentlich sind die Bücher auch wirklich hilfreich und ich kann sie anschließend wieder verkaufen. Denn allein dieses Semester gehen über 220 Euro nur für Literatur drauf. Na ja... mein zweiter Kurs hieß "Communication Science" und da geht es um Theorien der Kommunikationswissenschaft und ihre Anwendung. Da gab es auch direkt mal Hausaufgaben. Zwei Kapitel lesen und im Anschluss Fragen dazu beantworten. Diese muss ich dann vor dem nächsten Treffen in einem Portal hochladen. Mal sehen wie das so funktioniert.

Abends war ich nur noch kurz einkaufen - nein, kein Vergüngungsshopping. Sondern Toilettenpapier, Frischhaltefolie, Schwämme, Seife, Spüli, Salz und so weiter und so weiter. Eben das, was man immer alles neu kaufen muss, wenn man umzieht. Und dann wird der Einkauf so teuer und man weiß gar nicht warum. Shopping gab es dann aber heute bei IKEA. Ich brauchte noch ein paar Kleinigkeiten, wie einen neuen Topf und eine große Kelle. Außerdem wollte ich unser Badezimmer mit ein paar Blumen und Teppichen verschönern. In der Fundgrube bin ich dann noch auf ein echtes Schätzchen gestoßen: eine Fußbank! Genau nach so etwas hatte ich schon die ganze Zeit gesucht - und dann auch noch heruntergesetzt! Dazu gab es noch zwei weiße Ersatzbezüge, da ich das letzte Stück gekauft hatte und sie noch ganz viele Bezüge übrig hatten. Ein echter Glücksgriff heute.


Nachher kommen noch drei Holländerinnen zum Essen vorbei. Das wird bestimmt gemütlich. Ich gehe jetzt eben noch schnell ein paar Zutaten einkaufen.

Bis dann,

Sonntag, 31. August 2014

Mein neues Zuhause: Enschede

Meine neuen niederländischen Bekanntschaften: Ismay, Annabel, Esther und Julien

Also meine Lieben,

die Kick-In Woche ist vorbei und nun fängt das wahre Leben in Holland an. Donnerstag Abend ist Papa vorbei gekommen, um mir beim Umzug zu helfen. Abends war noch die Abschlussparty und da habe ich meinen "alten Herrn" einfach mitgenommen. Meine neuen Studienkollegen fanden ihn total lustig und nett (habe ich heute erst noch mal von jemandem gehört). Papa hat auch schön mit getanzt und natürlich auch die ein oder andere Runde Bier spendiert. Gegen halb eins sind wir dann aber auch los gegangen (zu Fuß!). Es hat geregnet, aber ich konnte zum ersten Mal meinen neuen Heimweg ausprobieren. 

Party mit Papa und den Niederländern

Freitag Morgen sind um halb 8 in Enschede gestartet, um in Osnabrück den Transporter abzuholen. Mit dem ging es nach Hannover, wo meine lieben Freunde schon gewartet haben. Innerhalb einer Stunde war mein ganzes Hab und Gut verstaut und wir konnten einen letzten "deutschen" Döner essen gehen. Nächster Halt: Ikea in Hengelo! Hier habe ich mir einen Kleiderschrank, einen Schreibtisch, ein Bett, eine Kommode und ein Regal ausgesucht. Und damit war der Transporter auch voll!! Also schnell zurück nach Enschede zu meiner neuen Wohnung. Mit der Hilfe von Alex und Nadine (zwei, meiner neuen Mitbewohner) und Daniel mit seinem Bruder (bei denen ich die letzte Woche geschlafen habe) waren wir auch relativ schnell fertig mit dem Ausladen. Meine Kräfte waren am Ende und wenn Daniel und sein Bruder nicht gekommen wären, säßen wir wahrscheinlich immer noch mit den Paketen am Anfang der ersten steilen Treppe. Der hat die Pakete (jeweils bestimmt 40 kg schwer) einfach mit einer Hand hoch getragen. Wir konnten unseren Augen nicht trauen. Einfach fantastisch! Ich bin so dankbar, hier auch schon so wundervolle und hilfsbereite Menschen kennen gelernt zu haben! Aber hier war unser Tag noch nicht vorbei, denn wir mussten den Transporter noch zurück nach Osnabrück bringen und von da aus mit unserem Auto wieder nach Enschede fahren. Gegen halb eins saßen Papa und ich in meinem Zimmer, umgeben von Umzugskartons und Möbelkisten... am Ende mit unseren Kräften und den Nerven. Zeit fürs Bett!

Abschiedsgeschenke von den BESTEN FREUNDINNEN der Welt!

Samstag ging dann mit neuem Mut ans Möbel aufbauen. Zuerst das Bett, dann den Kleiderschrank und dann war es auch schon Zeit für meinen Vater wieder nach Hause zu fahren. Alex hat mir anschließend noch mit dem Schreibtisch und der Kommode geholfen. Zur Belohnung habe ich ihn mit zum Einkaufen genommen - mit dem Auto. Vor dem Schlafengehen habe ich noch versucht so viel wie möglich auszupacken.

Erste Bauphase

Heute Morgen bin ich erholt, aber mit einem Mordsmuskelkater aufgewacht. Nach dem Frühstück ging es direkt weiter mit dem Auspacken. Ich musste außerdem noch das Regal und die Schubladen für mein Bett zusammenbauen. Nun ist eigentlich fast alles verstaut und es sieht sogar echt gemütlich aus. Ich habe sogar schon gekocht - na ja, also Spaghetti mit Tomatensoße... 

Fertig!

Morgen fängt das Semester und ich bin gespannt, wie das alles so abläuft. Das niederländische Schulsystem funktioniert ja doch ein wenig anders... hier muss man sich die Lösungen selbst erarbeiten. Na das wird schon irgendwie klappen und ich bin ja nicht alleine :-)

Bis dann,