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Mittwoch, 22. Oktober 2014

Sechsunddreißig Theorien

45 Seiten "Zusammenfassung"

Hallöchen meine Lieben,

mein Tag fing heute mit der Besprechung meines Theorieteils der Premasterarbeit an. Zum Glück war ich nicht alleine und meine Teammembers waren genauso ratlos wie ich. Unser Dozent ist wirklich nett und dass er überhaupt so einen Termin angeboten hat, ist weltklasse. Na auf jeden Fall hat er unsere Denkweise völlig umgestellt und klar gestellt, was wir eigentlich machen. Denn bei jedem Treffen, dass wir als Gruppe hatten, haben wir nie so genau gewusst, was dir ja jetzt eigentlich machen und erforschen - machen wir ein Experiment oder eine Umfrage - was sind unsere Variablen? Fragen über Fragen und keiner wusste so recht die Antwort darauf. Heute haben wir also erfahren, dass wir ein experimental Design haben, was die abhängigen Variablen anhand einer Umfrage testet - da muss man ja auch erst mal drauf kommen....Und so verlief das ganze Gespräch. Jedes Mal, wenn etwas in unseren Texten nicht ganz klar war, lag es daran, dass wir selbst nicht wussten, was wir damit meinen. Und da hätte ich mir mehr Unterstützung von unserem Mentor gewünscht, der immer wusste, was wir machten und nie etwas eingeworfen hat. Nun ja und dann kamen wir auf das Thema Plagiate zu reden. Ich hatte ja schon erzählt, dass die Uni so eine Software dafür benutzt und unser Dozent hat uns dann auch freundlicherweise unsere Prozentzahlen gezeigt, die erklären, wie viel unserer Arbeit "geklaut" ist. Bei mir waren es 10%, was nicht gerade wenig ist. Wir haben uns das dann gemeinsam angeschaut und es lag lediglich daran, dass meine Forschungsfrage natürlich mit der von jemandem aus unserer Gruppe übereingestimmt hat. Außerdem hatte ich viele Quellen genommen, die anscheinend auch jemand anderes in der Vergangenheit für seine Masterarbeit genutzt hat. Deswegen hatte meine Arbeit so viele Übereinstimmungen mit anderen Werken. Da war ich erstmal beruhigt und mein Herzchen konnte sich wieder beruhigen. 

Die Anmerkungen zu meiner Arbeit


Anschließend bin ich noch in die Stadt zur Bank gefahren und endlich habe ich ein Bild von dieser interessanten Tafel gemacht. Sie zeigt an, wie viele Fahrradfahrer gerade in der Stadt unterwegs sind - heute und für das ganze Jahr. Ich glaub es war so gegen 13 Uhr und 130 sind irgendwie nicht so viele Fahrräder. Ich meine, ich hätte sonst immer eine viel höhere Zahl gesehen. Vielleicht habe ich heute einfach einen schlechten "Fahrrad-Tag" erwischt, immerhin hat es auch den ganzen Morgen geregnet und es war A***-kalt.



In meinem schlauen Holländischkursbuch habe ich den Tipp gelesen, dass ich mir Zeitschriften und Zeitungen auf holländisch durchlesen soll und als ich letzte Woche dann so an der Kasse bei Albert Heijn stand und das Cover der holländischen Cosmopolitan mit der Schauspielerin von "Gossip Girl" (die Serie, die ich ja jetzt erst angefangen habe zu gucken und zu lieben) gesehen habe, musste ich die Zeitschrift doch noch aufs Band legen. Und jetzt versuche ich immer wieder reinzuschauen und doch irgendwas zu verstehen... auf jeden Fall steht da wohl was drin über "gesund und glücklich leben" - das konnte ich bisher schon vom Titel entziffern... und um Sex geht es natürlich auch... wie in jeder Ausgabe. Das ist wohl vom Land unabhängig und in jeder Sprache gleich wichtig ;-)


Das Thema "Prüfungsphase" darf ich nicht vergessen - schließlich muss ich bis Montag meine SPSS-Aufgabe fertig machen - von den 9 Seiten Fragen, habe ich schon genau keine beantwortet. Morgen setze ich mich mit Anna in die Bibliothek und ich hoffe, dass wir dann mit einem Tag konzentrierter Arbeit damit durch sind. Denn ich muss ja auch noch 36 Kommunikationstheorien für die Klausur am Montag auswendiglernen. Drei kann ich mir bereits merken... mal sehen wie viel davon morgen noch übrig ist. Ich habe mal durchgerechnet...ich müsste jetzt also jeden Tag mindestens 10 Theorien auswendig lernen, damit ich noch eine Chance habe, die Prüfung einigermaßen zu bestehen. - Und mit "bestehen" meine ich wirklich mein höchstes Ziel. Denn Holländer vergeben gute Noten wie Geldnoten, nämlich nur sehr selten und sehr ungern. Das heißt, wenn ich eine 6 (holländisches Notensystem geht bis 10 - sehr gut), dann wäre ich schon glücklich. Dazu ist zu sagen, dass man mit einer 5,5 schon durchfällt - ich brauche also eine Punktlandung.
Ich kann mich noch an meine Abi-Abschlussklausur in Pädagogik erinnern - da mussten wir glaube ich drei oder vier Theorien lernen, im Master müssen die natürlich direkt übertreiben - lasst euch das mal auf der Zunge zergehen: Sechsunddreißig Theorien!

Na gut... ich muss noch mal ein paar Vokabeln für meinen Dutchkurs morgen wiederholen.

Gute Nacht,

Montag, 13. Oktober 2014

Wiedersehen mit Fabi

Mit Jive den Sonnenuntergang am Maschsee genießen

Hallo meine Lieben,

und schon wieder ist eine Woche rum. Die Zeit rast aber auch. In genau zwei Wochen schreibe ich meine erste Klausur - in Communication Science. Dafür müssen wir 36 Kommunikationstheorien auswendig lernen. Zum Glück haben Anna und ich schon fast alle zusammengefasst und wir müssen sie "nur" noch lernen. Eine Woche später haben wir dann die Klausur in Research Methodology, wo es um Forschungsdesigns und wissenschaftliches Arbeiten geht. Etwas verwirrend ist es schon, dass wir momentan schon Vorlesungen zu Themen haben, die wir erst im nächsten Quartal brauchen bzw. die erst nächstes Quartal abgefragt werden. So muss man jetzt am Ball bleiben, da es jetzt relevantes Wissen gibt, dass wir brauchen, um den Stoff im nächsten Kurs zu folgen - andererseits würde man die Zeit doch lieber nutzen, um sich auf die Klausur in diesem Quartal vorzubereiten. Alles nicht so einfach. Dazu kommen dann noch eine Aufgabe, die wir mit SPSS lösen müssen (wahrscheinlich müssen wir da verschiedene Daten analysieren, Werte herausfinden und dementsprechende Diagramme abbilden) und der erste Teil unserer Premasterarbeit muss auch fertig sein. Bis Sonntag muss ich schon mindestens 50% von der Premasterarbeit fertig haben, damit ich sie mit meinem Dozenten durchsprechen kann. Und ich habe gerade mal knapp 250 Wörter geschrieben und unsere Gruppe ist sich immer noch nicht ganz einig was die Variablen angeht.... Aber Kopf hoch... bald ist ja Weihnachten ;-)


Natürlich habe ich nicht nur Fächer, in denen wir so tolle und vielsagende Folien, wie oben zu sehen, haben, sondern in Communication Science zeigt uns unser Professor immer gerne Videos und eins wollte ich euch nicht vorenthalten. Es geht in der Kommunikationstheorie "Groupthink" um das Verhalten von Menschen in einer Gruppe. In dem Video wird gezeigt, wie eine Gruppe das Verhalten des einzelnen beeinflussen kann - einfach sehr witzig :-)


Aber nun zu meinem Wochenende: Am Freitag habe ich noch jemanden mit nach Hannover genommen. Da ich ja mit dem Auto fahre und das ganz schön aufs Geld geht - jedes Mal ungefähr 60 Euro - lohnt es sich schon, wenn ich eine Mitfahrgelegenheit anbiete. Für einen Freitagnachmittag sind wir relativ gut durch gekommen und als ich bei Fabi ankam, ließ der Geruch von frisch gebackener Pizza mir das Wasser im Mund zusammen laufen. Natürlich haben wir auch einen Großeinkauf gemacht - denn wann hat Fabi noch mal ein Auto zur Verfügung und kann seinen Getränkevorrat auffüllen. Da ist mir dann übrigens auch aufgefallen, dass meine Entdeckung, die ich im letzten Beitrag beschrieben habe, gar keine Neuheit ist. Denn diesen Brotaufstrich gibt es auch in Deutschland - zumindest bei Edeka! 


Den Abend haben wir dann auch nicht mehr viel gemacht. Wir haben uns so lange nicht gesehen gehabt, dass es einfach schön war gemeinsam auf der Couch zu liegen und den anderen neben sich zu spüren. Samstag früh bin ich zum Einwohnermeldeamt in Hannover gefahren, weil ich mich noch ummelden musste. Schließlich habe ich ja nun meinen Hauptwohnsitz wieder bei meinen Eltern. Der (nicht ganz so) nette Herr im Amt hat mir dann leider erklärt, dass man seinen Hauptwohnsitz nicht abmelden kann und das ich zum Ummelden doch bitte nach Langerwehe fahren soll. Na super, jetzt darf ich noch mal 60 Euro für Sprit ausgeben, obwohl ich als Studentin wohl doch besseres mit dem Geld anstellen könnte. Na gut... nach dem tollen Erlebnis am Morgen bin ich wieder zurück zu Fabi in die Wohnung und habe mich meinen Statistikbüchern gewidmet. Abends sind wir dann zum Maschsee gelaufen und haben ganz klassisch eine Flasche Sekt am Ufer getrunken und den Sonnenuntergang beobachtet. Hach.... das brauchte ich mal wieder - Romantik lässt sich schlecht alleine herstellen. Anschließend haben wir uns mit Robert, Fabis Freund aus Berlin, und seiner Freundin getroffen. Mit ihnen sind wir durch ein paar Bars getingelt - ach übrigens Maria, das wollte ich speziell dir noch an dem Abend schreiben, aber ich habe ja kein Internet in Deutschland und irgendwie kommen meine SMS nicht bei dir an: Wir waren im Jack's und ich habe dir zu Ehren und um alte Zeiten willen, einen Butterscotch bestellt und er war köstlich :-)


Gestern ging es dann auch schon wieder zurück in meine neue Heimat. Aber nicht ohne drei Packungen meiner Lieblingssalami, meiner Bärchenwurst und einem großen Pott Zaziki. Das habe ich übrigens heute direkt aufgemacht und bei einem Glas Wein genossen - eine super Belohnung nach einem langen Tag in der Uni.


Jetzt lege ich mich in mein Bettchen und gucke mir Gossip Girl an - ja, ich weiß ich bin ganz schön spät dran damit anzufangen, aber irgendwann musste es ja sein. Sex and the City steht auch schon auf meiner Liste. Ich muss ja auch mal mitreden können ;-) Vor dem Schlafengehen werde ich noch eine Runde niederländische Vokabeln lernen und mich dann von den Geräuschen der Kirmes, die gerade in Enschede stattfindet, in den Schlaf wiegen lassen.

Bis dann,