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Donnerstag, 15. Januar 2015

Roller Derby Try-Out in Enschede bei den Eastside Rock'n'Rollers

Foto: Eastside Rock'n'Rollers

Hallöchen,
gestern war also der große Tag: Frischling-Training im Roller Derby bei den Enscheder Eastside Rock'n'Rollers. 

Als erstes mussten wir ein Erklärung unterschreiben, dass wir den Verein nicht verklagen, falls wir uns verletzen, da wir wissen, dass ein Vollkontakt-Sport ist und Verletzungen nicht auszuschließen sind. Danach ging es in die Umkleiden, wo wir unsere Schutzkleidung bekommen haben - Knie-, Elbogen- und Handgelenkschoner und einen Helm. Anschließend sind wir in die Halle gescheucht worden,wo wir unsere Rollschuhe bekommen haben. Wir Frischlinge haben dann erst mal ganz brav auf der Bank gesessen bis uns jemand von den Erfahrenen als Schützling zu sich genommen hat. Marloes hat sich natürlich für mich entscheiden - da wusste sie noch nicht was auf sie zu kam! Wir sind die ersten Runde ganz langsam gefahren und sie ist vor mit rückwärts gefahren und hat mich an den Händen festgehalten. 

Sie hat mir zuerst gezeigt, wie man richtig "steht" - das heißt eher so im Hocken mit geradem Rücken skatet (sehr anstrengend für Rücken und Oberschenkel - erinnert an die Stuhl-Position beim Yoga (die ich im übrigen nicht so gerne gemacht habe)).  Das richtige Fallen ist auch sehr wichtig. Entweder man fällt zu erst ein Knie und behält das andere Bein angewinkelt an dem Körper oder man fällt nacheinander auf beide Knie. Eine dritte Variante ist dann noch sich so klein wie möglich zu machen und auch mit den Händen auf den Boden zu gehen - in so einem Gemenge kann ja dann viel passieren, wenn man sich lang auf die ganze Strecke verteilt beim Hinfallen. 

Soweit hat alles gut geklappt und ich bin auch nur einmal "ungeplant" hingefallen - und dann auf meinen Allerwertesten. Dann sollte ich bremsen üben. Das stellte sich aber dann doch eher als eine Schwierigkeit heraus. Ähnlich wie beim Skifahren sollte ich mit den Innenseiten meiner Beine in die Außenkanten der Füße drücken und so zum Stehen kommen - nix da! Außer Meerschweinchen-ähnlichen Geräuschen kam da nichts zustande. Eine andere Variante ist es den einen Fuß quer hinter den anderen zu stellen und so zu bremsen. Aber auch das wollte nicht klappen. Marloes tröstete mich mit dem Gedanken, dass ich ja immer Hinfallen kann, wenn es brenzlich wird.

Als nächstes hat sie mir gezeigt wie man eigentlich richtig fährt. Und zwar schiebt man dazu die Füße zur Seite und nicht nach Hinten und auf einmal habe ich richtig Fahrtwind bekommen - das war ein echt tolles Gefühl :-) Wir haben dann noch ein paar andere Fahrweisen versucht, aber dafür bräuchte ich noch mehr Muskeln an Stellen, die ich so sonst nie benutze. 

Nun waren wir, circa 15 Frischlinge, bereit um eine Runde "Reise nach Jerusalem" zu spielen. Dazu haben wir kleine Hütchen auf einer Linie auf der ovalen Strecke verteilt, um die wir herum fahren mussten. Wenn die Musik stoppte, sollten wir zu dem nächsten Hütchen (immer in Fahrtrichtung) laufen...ähmm ich meine fahren, bremsen und das Hütchen berühren. Zu meiner völligen Überraschung habe ich das Spiel gewonnen. Als nur noch eine andere Dame und ich übrig waren, stoppte die Musik genau nachdem wir an dem letzten Hütchen vorbei gefahren waren. Also mussten wir einen Sprint über die gesamte Strecke einlegen und mit einem wunderschönen Porutscher habe ich das Hütchen noch erreicht. :-)

Foto: Eastside Rock'n'Rollers
Zum Schluss haben wir noch eine Runde Derby auf Socken gespielt. Jeder musste mal den "Jammer" spielen. Das ist eine ganz schöne Rumgeschubserei sage ich euch. Und selbst auf Socken bin ich zwei Mal zu Boden gegangen. Als ich dann dran war und mich durch das "Pack" - also durch das Team zu mogeln, hatte ich ein kurzes Gefühl der Verzweiflung. Ich bin einfach nicht durch gekommen - und als ich es endlich geschafft hatte, musste ich ja dann die ganze Runde laufen nur um mich dann wieder durch die acht Teammitglieder zu manövrieren. Also auf Socken ist das Ganze ja noch nicht so meins - wobei Laufen an sich einfach nicht mein Ding ist. Auf Skates soll das ja noch mal anders sein und viel einfacher.... na wir werden sehen :-)


In dem Video sieht man, wie wir Socken-Derby gespielt haben. Mich sieht man auch kurz. Ich trage ein rosa Top (nicht zu verwechseln mit der Dame, die einen pinken Pullover trägt) und laufe unheimlich elegant wie eine Gazelle... nicht.

Nächste Woche gehe ich auf jeden Fall wieder hin. Man darf nämlich an drei Trainings teilnehmen, bevor man sich entscheiden muss, ob man ein Teil des Vereins werden möchte oder nicht.

Was den Muskelkater angeht: Also gestern Abend war ich völlig k.o.. Zuhause habe ich mich die Treppen hochgequält und mein Rücken tat einfach nur weh. Nach einer langen, heißen Dusche ging es mir schon deutlich besser. Dann habe ich leider einen bösen Migräne-Anfall bekommen und ich bin direkt ins Bett gegangen. Aber das Gefühl von "heute habe ich etwas für mich und meinen Körper getan" war echt toll und hält auch noch heute an. Mein Muskelkater ist nicht zu schlimm, freiwillig mehr als nötig die Treppen steigen, muss ich aber trotzdem nicht. :-)

Also zusammenfassend: Ein tolles Erlebnis - zum Weiterempfehlen!

Bis dann,

Dienstag, 13. Januar 2015

Nachtrag zu Silvester 2014


Hallo meine Lieben,

wie versprochen gibt es noch einen kleinen Nachtrag zu meinem Jahreswechsel. Ich bin an Silvester erst nach Hannover gefahren und die Straßen waren so gut wie leer. Wir haben dieses Jahr eine Art Kohltour veranstaltet. Wer aus dem Norden kommt, kennt das - wer nicht, hier eine kleine Zusammenfassung: 


Eine Gruppe gut gelaunter Menschen macht sich mit einem Bollerwagen voller flüssigen Leckereien auf eine kleine Wanderung. Beim Spazieren werden Spiele gespielt, bei denen man immer wieder 'Kurze' zu sich nimmt. Das Wegbier in der Hand sollte aber keinesfalls weggelassen werden. Die Tradition ist vor allem in der kalten Jahreszeit - zu Kohlzeit - beliebt. Nachdem die Gruppe mit reichlich Alkohol im Bauch eine gewisse Strecke hinter sich gebracht hat, kehrt sie in ein Restaurant (oder bei jemandem Zuhause, wenn man jemanden findet, der eine Meute betrunkener Menschen aufnehmen möchte) ein. Dort gibt es dann Grünkohl mit Pinkel zu essen. Je nach Arrangement, sind im Preis auch Getränke enthalten. Da die Tour immer schon relativ früh beginnt (Nachmittags), sind die Beteiligten in der Regel auch früh wieder im Bett - somit geht der nächste Tag wegen Übermüdung nicht flöten.


Wir haben also um halb sieben angefangen und sind mit allemann durch die Nordstadt bis zu den Herrenhäuser Gärten und wieder zurück gelaufen. Dabei haben wir Eierlaufen, Flunky-Ball, Kettenlaufen, Nudelsteckspiel und eine Variante von Wasser, Feuer, Luft gespielt. Bei Maria und Caro (meine alte Wohnung) gab es köstliche Käse-Lauch-Suppe. Bis Mitternacht war es dann nicht mehr lang und alle haben sich vor dem Haus versammelt als die Uhr zwölf schlug. Kurz nachdem sich alle ein frohes neues Jahr gewünscht hatten, haben wir bemerkt, dass niemand einen Schlüssel mit nach unten genommen hatte und so mussten wir - nur wenige Minuten im neuen Jahr - ein Verbrechen begehen und die Wohnungstür aufbrechen (es ist kein Schaden entstanden - schließlich waren erfahrene Menschen auf der Party (ein etwas beunruhigender Gedanke ist es dennoch)).


Noch vor ein Uhr ist ein großer Teil der Gemeinschaft die Fahrt Richtung Heimat angetreten. Nur noch die Übernachtungsgäste haben noch bis drei Uhr gequatscht und die restlichen Baguettes mit Kräuterbutter verköstigt. 

Am nächsten Tag sind Maria, Caro und ich die gleiche Strecke noch einmal gelaufen, da das Wetter unglaublich toll war und -wie schon oben beschrieben- wir nicht sonderlich übermüdet waren. Auf dem Weg haben wir noch das ein oder andere Überbleibsel unserer nächtlichen Aktion gefunden... ganz nach dem Motto: Wir waren hier!


Sooo... das war also mein Jahreswechsel und bisher kann ich mich nicht über das neue Jahr beschweren. Es ist genauso stressig (wenn nicht noch stressiger) in der Uni, wie vorher und das ist auch richtig so. Morgen gehe ich zu einem Probetraining von den Enscheder Eastside Rock'n'Rollers. Also zum Roller Derby! Ein wenig Angst habe ich schon, schließlich ist das ein Kontaktsport und das ist ja nicht ganz ungefährlich. Aber wir werden erst mal erleben, wie es ist auf Rollschuhen zu stehen und wie man richtig fällt ohne sich zu verletzen. Das Training findet wohl auf englisch statt, da die Trainerin Amerikanerin ist. Ich werde bestimmt morgen oder übermorgen von diesem überaus speziellen Abend berichten.

Bis dann,