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Freitag, 30. Januar 2015

Letzte Prüfung für den Premaster

Original von gentside.com
Hallöchen,

sooo heute haben wir also die (hoffentlich) letzte Prüfung (Communication Research and Design) im Premaster geschrieben. Und sie war... sagen wir mal so... lala. Wir werden sehen was raus kommt. Ich hoffe aber mal, dass es gereicht hat. Mitten in der Prüfung ist mein guter Utwente-Kuli leer gegangen - ob das schon ein böses Omen war? Aber wenn uns sogar Ryan Gosling Glück gewünscht hat, sollte es ja doch geklappt haben ;-) Wir haben im Sportzentrum geschrieben - wenn wir also früher fertig waren, konnten wir noch ein paar Mal die Kletterwand hochsteigen. 

Mein Arbeitsplatz heute. Waschbär ist immer dabei!

Gestern habe ich meinen University of Twente Pulli abgeholt. Natürlich in Pink!

Fabi kommt nachher und wir werden den Abend bei Anna und Phil verbringen. Vielleicht bestellen wir eine leckere Pizza oder gehen Essen - auf jeden Fall werden wir die abgeschlossene Prüfungsphase (zumindest für Anna und mich) genießen. Auf Hazel freue ich mich auch wieder sehr. Als Anna ihr erzählt hat, dass ich komme, hat sie bestimmt auch vor lauter Freude Luftsprünge gemacht :-D

Ich habe gestern noch durch Zufall zwei günstige Tagestickets für die niederländische Bahn bekommen und deswegen werden Fabi und ich morgen nach Amsterdam fahren - ganz spontan und ohne Plan. Ich habe zwar ein paar Attraktionen rausgesucht, aber ich denke wir werden einfach so die Stadt genießen und erkunden. Das wird bestimmt schön und so kann Fabi auch mal eine Auszeit von seiner Prüfungsphase nehmen, die ja schließlich ein halbes Jahr lang dauert.

Morgen werde ich natürlich meine Kamera mitnehmen und hoffentlich die Tagen dann auch von unserem Ausflug berichten.

Bis dann,

Dienstag, 27. Januar 2015

Kürzen, kürzen, kürzen - da geht noch was!


Hallöchen,

das schöne Winterwetter hat sich mal wieder in das typisch holländische graue Miese-Peter-Wetter verwandelt. Heute kam kurz die Sonne raus und ich wollte mich schon fast zum nächsten Park begeben, doch dann dachte ich mir, dass eh eiskalt draußen ist - ich hatte die Wahl zwischen: A) mir draußen auf einer eisigen Bank eine Blasenentzündung zu holen oder B) in meinem gemütlichen Bettchen mit Heffalump an meiner Seite zu lernen.... natürlich fiel mir dann die Wahl nicht mehr schwer.


Gestern habe ich also eine Zusammenfassung der Zusammenfassung gemacht und dabei knapp 55 Seiten "Communication Research and Design" produziert. Das habe ich mir ausgedruckt und in kleine Pakete aufgeteilt. Ich habe das ganze Ding sogar schon mehrmals durchgelesen und angefangen als Sprachnotizen aufzunehmen (weil ich nach der Hälfte erst mal eine halbe Stunde meine Augen entspannen musste). Aber irgendwie blieb nicht so viel vom Inhalt hängen.

Heute Morgen habe ich mich dann daran versucht, stumpf auswendig zu lernen  - das habe ich jedoch nach einer Doppelseite auch aufgegeben. Schlussendlich habe ich den halben Tag damit verbracht die genannte Zusammenfassung von 55 Seiten noch mal auf 28 Seiten zu reduzieren. Damit bin ich jetzt fertig  - jetzt kommt der schwierige Part: LERNEN! Ach und schon sitze ich wieder an meinem Blog, den ich ja in solchen Phasen als gute Ablenkung liebe.


Was mit übrigens sehr gut bei der Konzentration hilft: KEKSE! Und zwar nicht irgendwelche, sondern die besten wo gibt!! Das sind White Chocolate & Cranberry Cookies von Lidl. UNGLAUBLICH köstlich und unbedingt empfehlenswert!


Mein Frühstück habe ich mir auch versüßt. Ich esse ja gerne die Bärchenwurst, die es leider hier in Holland nicht gibt - aber ich habe jetzt einen Versuch des Ersatzes gestartet - und zwar mit Biene Maja-Wurst. Sie schmeckt nicht ganz so wie Bärchenwurst, aber sie kommt dem ganzen schon nah. Endlich mal eine Abwechslung zu Frischkäse. Ich bin froh, wenn Fabi diese Woche kommt und mir wieder Nachschub an Wurst bringt - da bin ich ja schon sehr verwöhnt.

Am Wochenende habe ich mich noch mal an Die Sims 4 getraut. Bei meinem ersten Spielversuch direkt nach dem es erschienen ist, war ich überhaupt nicht begeistert. Die Kameraführung hat mich total genervt und auch sonst hat es mich echt nicht vom Hocker gehauen. Jetzt bietet aber EA oder eher Origin an, dass man die Sims 48 Stunden gratis testen kann und ich habe mich vor meiner nächsten Prüfungswoche, also letztes Wochende, noch mal daran versucht. Und ich habe stundenlang gespielt! Es macht doch Spaß und ist gar nicht so schlimm, wie vor einem halben Jahr. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu groß. Ich kann jetzt aber bestätigen: Es lohnt sich! Ich warte nun glaube ich noch ein wenig ab bis ich es kaufe. Gerade steht es so bei 48 Euro. Vielleicht fällt der Preis ja noch ein bisschen und dann schnappe ich es mir.



Sooo...ich mach mich dann mal an den nächsten Lernversuch... aber bald ist ja auch schon wieder Abendbrotzeit... achherje... heute mache ich mir eine Paprika-Reis-Pfanne (vegetarisch). Viel geschnippel und viel Zeitverlust.... mal sehen wie ich das mache.

Ach und bevor ich es vergesse. Morgen wäre ja wieder Roller Derby Training. Meinem Oberschenkel geht es soweit eigentlich wieder gut, aber ich habe heute noch mal die Übung "auf einem Knie fallen" gemacht und dabei habe ich doch gemerkt, dass der Muskel noch ganz schön weh tut. Das wird wohl morgen nichts mit Training - und damit dann auch mit meiner Karriere als Roller Derby Star ;-) Rollschuhfahren macht echt super Spaß, aber vielleicht sollte ich es doch eher als Konditionsverbesserung ansehen und nicht als Vollkontaktsport. Schade, aber ist einfach nicht so mein Weg denke ich. Die Eastside Rock'n'Rollers werde ich aber trotzdem in der Zukunft unterstützen und mir die spannenden Partien anschauen. Gerade letzten Samstag war ja ein Spiel gegen das Team aus Köln. Leider haben "wir" verloren, aber die Kölner waren echt gut - viel jünger und schlanker im Allgemeinen fand ich. Es gab viele Fouls und ab und zu sah es ganz schön heftig aus... da wäre ich nicht gerne auf dem Track gewesen. Na ja... anfeuern werde ich die lieben Enscheder Ladys weiterhin, das ist sicher!


So, jetzt aber. Ran ans Werk!

Bis dann,

Donnerstag, 22. Januar 2015

Post Nummer Zweihundert


Einen schönen guten Morgen wünsche ich. Ja! Kaum zu glauben, aber heute schreibe ich schon meinen 200sten Blogeintrag auf WhatAboutSunny. Natürlich habe ich damals alle meine Einträge von SunnyInHannover mitgenommen, aber trotzdem. Dreieinhalb Jahre berichte ich nun schon über mein Studentenleben in Hannover und Enschede und bald knacken wir die 10.000er Besuchermarke. Wie ich finde, ganz ganz spannend! Also hier noch mal ein Dankeschön an all die fleißigen Leser, denen mein Leben nicht ganz zu langweilig erscheint und meine täglichen Abenteuer verfolgen.

Apropos Abenteuer... da habe ich heute direkt zwei Geschichten für euch!

1. Ich habe vor einer Woche gemerkt, dass es in meinem Auto feucht wird. Meine Frontscheibe ist von innen einfach mal nass. Natürlich habe ich das bemerkt, als ich keine Zeit hatte ewig zu warten bis die Lüftung ihren Dienst erweist. Also habe ich erst mein Glück mit diesem gelben Schwamm versucht, den (so wie ich mich erinnere) meine Eltern auch für die Innenscheiben benutzt haben, wenn sie beschlagen waren. Das war aber eine Schnapsidee, da die Scheibe danach noch undurchschaubarer als vorher war. Also ging die Suche weiter. Ich habe zum Glück den Abzieher im Autoraum gehabt und nun also damit versucht von innen meine Scheiben abzuziehen. Ich kam mir schon echt doof vor (kein Vergleich zum zweiten Teil dieser Geschichte). Na nach einiger Zeit konnte ich dann zumindest so weit durch die Frontscheibe gucken, dass ich los gefahren bin. Gestern (zweiter Teil der Geschichte) bin ich abends also wieder ins Auto gestiegen - schon mit dem Gedanken, dass ich wieder feuchte Scheiben haben werde - aber falsch gedacht! Meine Frontscheibe war mal sowas von vereist (!!!) von innen. Ich konnte es kaum glauben. Ich musste also von innen mein Auto kratzen! Dabei bin ich mir so richtig dämlich bei vorgekommen. Der Schnee rieselte nur so aufs Lenkrad und sonst wo hin. Jetzt würde ich ja gerne mal wissen, woher das kommt. So geht das doch nicht weiter und schließlich haben wir Winter und das wird garantiert nicht das letzte Mal gewesen sein, dass es Minusgrade gab. Hat jemand irgendeinen Hinweis? Tipp? Wie ich das verhindern kann? Ich bin für jede Hilfe dankbar!


Na ja... kommen wir zum zweiten Abenteuer. Ich bin gestern zu meinem zweiten Training bei den Eastside RocknRollers gegangen. Es war ganz komisch wieder auf Rollschuhen zu stehen - so als ob ich letzte Woche gar nicht da war. Aber ich bin schnell wieder rein gekommen und es hat super Spaß gemacht. Nach den ersten paar Malen "mit Absicht"-Hinfallen, habe ich schon gemerkt, dass mein linker Oberschenkeln irgendwie weh tut, als ob ich mir da wohl einen Muskel gezerrt hatte. Aber ich habe dann einfach mit dem rechten Bein weitergemacht. In der Mitte saß auch schon ein Mädel, die sich das Bein rieb. Na, wir haben dann mit Bremsen weitergemacht und wollten dann lernen wie man über Kreuz läuft. Das hat mal so gar nicht geklappt und dann bin ich auch noch nach hinten auf meinen Allerwertesten gefallen. Dabei habe ich dann den linken Oberschenkel so beansprucht, dass ich kurz durchatmen musste, bevor ich aufstehen konnte. Und das war dann das Aus für mich an diesem Abend. Auf der Bank saß das Mädel, dass sich schon beim ersten Fall (lustigerweise) auch den linken Oberschenkel gezerrt hatte. Nun saßen wir da zusammen und haben den anderen traurig und neidisch beim Rückwärtsfahren und Springen zugeschaut. Da ich aber noch unbedingt ein Foto von mir aus Skates haben wollte, war Felicity so nett und hat eins von mir gemacht. Was macht man nicht alles für ein Foto ;-) Sekunden nach dem Foto habe ich die Rollschuhe ausgezogen und habe versucht eine Position zu finden, in der das Bein nicht schmerzt (erfolglos). Mir hat Felicity nur so leid, da sie noch vom Bahnhof mit dem Fahrrad nach Hause fahren musste - also ich wäre keinen Meter weit auf einem Fahrrad gekommen. Das Autofahren war schon schmerzhaft genug. Ich bin nur im zweiten Gang gefahren, da ich die Kupplung nicht so oft treten wollte. Zuhause bin ich dann kaum die Treppen hochgekommen, aber heute geht es schon wieder. Treppen gehen, nur aufstehen und laufen sind nicht so angenehm. Ich bin froh, dass es nichts schlimmes ist und dass ich hoffentlich nächste Woche wieder hin gehen kann.


Sooo, morgen ist meine erste Prüfung und die Abgabe von meiner Premasterarbeit. Ich muss heute noch eine Menge schaffen, wenn ich mich nicht nur auf mein Glück verlassen will. 

Bis dann,

Dienstag, 20. Januar 2015

Premasterarbeit: Fast fertig!


Hallo meine Lieben,

man merkt, es ist mal wieder Prüfungszeit und ich habe mal wieder ein bisschen Stress um die Ohren. Gestern habe ich schon meine erste Prüfungsleistung abgegeben. Freitag geht's zur ersten Klausur und die Abgabe der Premasterarbeit ist auch dran.

Statistisches Chaos
Am Wochenende war ich bei Anna in Rheine. Dort haben wir zwei Tage lang Statistik gerechnet. Das strengt den Kopf ganz schön an, obwohl die Rechnungen an sich nicht so schwierig sind (ich verrechne mich nur oft, weil ich die Formeln falsch abschreibe oder irgendwas beim Eintippen vergesse). Man muss nur wissen, wo man die Zahlen findet, die man an die richtigen Stellen einsetzen muss. Abends haben wir Zucchini-Nudeln gemacht und einen leckeren Wein getrunken. Philipp kam dann auch nach Hause und zu dritt haben wir noch einen schönen Abend gehabt. Ich hatte natürlich auch genug Zeit um mit Hazel zu spielen. Die ganze Woche habe ich mich schon auf das süße kleine schwarze Ding gefreut.

Zucchini-Nudeln

Gestern und heute habe ich dann weiter gerechnet. Wir haben auch eine Probeklausur bekommen. Gestern hatte ich nur 11 von 22 Fragen richtig beantwortet. Heute schon 18. Nebenher muss ich auch noch an meiner Premasterarbeit schreiben. Die ist so gut wie fertig, ich muss nur noch jemand nettes (Muttersprachler Englisch) finden, der noch Korrektur liest. Aber beim Herumschauen in meinem Zimmer ist mir aufgefallen, dass ich anscheinend einen Hang dazu habe, meine Fußboden mit Papier zu pflastern. Mal sehen, wie der am Ende der Prüfungszeit aussieht.



Und wenn ich schon den ganzen Tag an den Schreibtisch gefesselt bin, habe ich zumindest eine schöne Aussicht. Meine Äpfel (An apple a day keeps the doctor away) sehen im Sonnenlicht (wenn sie sich denn mal durch die Wolken hindurch traut) prächtig aus und meine neuen Blumen wachsen auch schön. 


Morgen ist wieder Roller Derby Training. Ich muss sagen, dass Rollschuhfahren hat mich ja gepackt. Ich habe schon nach eigenen Schuhen und Equipment geschaut - doch gar nicht so günstig. Ich überlege mir, dass ich anstatt zu joggen, doch einfach die Strecken mit Rollschuhen fahren kann. Ein gutes Workout ist das allemal und besser als gar nichts tun. 

Ich mach dann mal weiter. Der Tag hat ja noch eineinhalb Stunden - viel Zeit für ein paar Rechenaufgaben... oder doch eher Theorielernen (was ich bisher gar nicht gemacht habe). Es sind nur noch zwei Tage bis zur Klausur. Langsam stellt sich Panik ein....

Bis die Tage,

Freitag, 5. Dezember 2014

Holländer und ihre Eigenheiten Teil 2



Es ist wieder soweit. Zwei weitere Monate sind um und ich denke, ich habe wieder ein paar interessante Sachen in dem Land der Wasserexperten beobachtet. Hier geht es zum ersten Teil.

6. PRÜFUNGSPHASE

Also man kennt das ja, wenn es stressig wird, dann kann die gesunde Ernährung, die ja so wichtig ist, hinten über fallen. Die meisten Studenten in Deutschland haben in der Prüfungsphase mehr Probleme damit ihre Pizzarechnungen zu begleichen, als Töpfe und Pfannen abzuwaschen. Wenn Formeln, Zahlen, Wörter, Theorien.. etc. nicht ins Lang- oder Kurzzeitgedächtnis wollen, dann greifen viele zu Schokolade, Chips, Gummibärchen, Pizza, Tiefkühllasagne - einfach alles was schnell geht und den Nerven das nötige Durchhaltevermögen schenken. Der Nachteil ist natürlich, dass diese Nervennahrung auf den Hüften wieder zu finden ist. Das Glück der deutschen Studenten jedoch: Prüfungsphase gibt es nur zwei mal im Jahr! In den Niederlanden gibt es zwei mal pro Semester, sprich vier mal im Jahr eine Zeit der Völlerei (abgesehen von Weihnachten, Ostern und anderen Feiertagen, an denen geschnuckert und gemampft wird). Für mich heißt das - vier mal im Jahr unnötige Kilos anfuttern... die Leute im Bildungsministerium haben wohl die Bikinisaison bei dieser Überlegung nicht bedacht...

7. INDIREKTE BELEUCHTUNG

Mittlerweile sind wir ja in der kalten und dunklen Jahreszeit voll und ganz angekommen. Temperaturen um den Gefrierpunkt (vriespunt) und völlige Dunkelheit ab vier Uhr sind eindeutige Anzeichen für den Winter! Bei meinen täglichen Heimfahrten im Dunkeln ist mir was aufgefallen. Da man ja bekanntlich in Holland den Menschen sprichwörtlich von draußen auf den Teller gucken kann, weil die Häuser einfach mal riesige Fenster direkt am Straßenrand haben, habe ich bemerkt, dass die Holländer anscheinend große Fans von indirekter Beleuchtung sind. In eigentlich jedem Wohnzimmer, an dem ich vorbei fahre, scheinen kleine Lampen in den Ecken und sehr selten ist das große Deckenlicht an - höchstens in den Küchen und selbst da sehe ich es nicht so oft. Natürlich sieht es viel gemütlicher aus und ich kann diese Leidenschaft total nachvollziehen. Ungewöhnlich fand ich es trotzdem, da in Deutschland - zumindest, da wo man in die Wohnungen reinschauen kann - oft volle Beleuchtung erwünscht ist "Man sieht ja sonst nicht, was man auf dem eigenen Teller hat".



8. DAS ESSEN

Das bringt mich dann auch direkt zu meinem nächsten Punkt. Was haben die Holländer denn bloß mit ihren "tot-gematschtem" Essen. Schon vor meinem Umzug kannte ich Bitterballen und Fleischkroketten. Meiner Meinung nach, ist der Geschmack ja gut, aber die Konsistenz ist wirklich unerhört!- eine weiche Matschepampe umhüllt von einer knusprigen (viel versprechenden) Panade. Die Sucht nach Frikandeln (vor allem Frikandeln Spezial mit Zwiebeln) kann ich nicht nachvollziehen. Letztens habe ich ein Schnitzel bestellt - und was habe ich bekommen? Eine panierte Scheibe Fleischmasse mit eingearbeiteten Kräutern - das dürfte sich in Deutschland kein Schnitzel nennen (hier ein kleiner Wink an "Don't Call It Schnitzel - Thillmann's Toasty). Und von den Brötchen möchte ich ja gar nicht erst anfangen zu reden. Also entweder sind sie knüppelhart (vom Bäcker wohl gemerkt!) und fallen in sich zusammen, wenn man reinbeißt. Ich hatte das Gefühl als ob ich eine Wolke beiße - nicht so angenehm, wenn man wirklich hunger hat! ODER man bekommt Hamburger-Brötchen zum Frühstück. Zum Glück habe ich schon meine "guten Brötchen Stellen" ausfindig gemacht. Denn an den Frischetheken sowohl die Aufbackversionen bei Lidl und Albert Heijn können als "normale" köstliche Brötchen durchgehen. Denn wenn ich hier schon kein Vollkornbrot kriege, möchte ich wenigstens vernünftige Brötchen essen können.  Aber die Holländer können ja doch auch was leckeres zaubern! Zum Beispiel bin ich ein großer Fan von Stroopwafels, Kaas und Frietjes! Und das alles ist ja bekanntlich Geschmackssache...ich möchte nur mit diesem Punkt sagen, dass man sich hier auf etwas gefasst machen muss. Und die niederländischen Stamppots habe ich ja noch gar nicht probieren können. Vielleicht kann ich mich ja doch noch für die niederländische Cuisine begeistern lassen - mit den Süßigkeiten haben sie mich ja schon längst gewonnen!

9. FREUNDLICHKEIT

Seitdem ich hier wohne - also in ganzen drei Monaten habe ich erst einen einzigen unfreundlichen Niederländer getroffen! Und das finde ich einfach einzigartig! Ich bin so begeistert davon, dass hier alle so nett sind. Die Professoren lächeln, wenn man an ihren Büros vorbeigeht. In der Stadt rempelt dich keiner an und auch sonst hilft dir jeder, wenn du danach fragst - und das sogar auf deutsch, wenn sie merken, dass du aus Deutschland kommst. Und doch muss es ja Ausnahmen geben und von dieser Situation wollte ich berichten. Ich war auf dem Weg zur Uni und fuhr gemütlich auf meinem Fahrrad auf dem Fahrradweg. Dabei wurde ich (wie so oft) von einem Radfahrer überholt. Ich fuhr hinter ihm her und konnte auch für eine Zeit mithalten. Dann kam uns ein joggendes älteres Pärchen auf dem Radweg entgegen und anstatt dass der Radfahrer vor mir weiter auf die rechte Seite fuhr, NEIN, da rahmt er doch wirklich den alten Herrn an der Schulter! Ich konnte meinen Augen nicht trauen und dann fuhr er auch noch einfach weiter! Der arme Mann schrie nur "godverdamme!" hinter diesem Rüpel her. Ich war total geschockt und habe im gleichen Zug mein erstes Schimpfwort gehört, seitdem ich hier bin. Natürlich kannte ich es schon, aber es in live und mit voller Berechtigung zu hören war schon ein Erlebnis!

10. SINTERKLAAS

Also das habe ich gerade letzte Woche gelernt und mir noch mal explizit von einem Niederländer erklären lassen. Hierzulande kommt am Abend des 5. Dezember Sinterklaas (Nikolaus) zu den Kindern. Dabei ist auch Zwarze Piet (schwarzer Peter), der die Kinder glaub ich verhaut, wenn sie schlecht waren. Sinterklaas bringt die Geschenke und kommt mit seinem Schiff aus Spanien (obwohl wir ja mittlerweile alle wissen, dass Nikolaus ein türkischer Bischof ist). Na, auf jeden Fall gibt es hier wohl jedes Jahr die gleiche Debatte darüber, ob Zwarte Piet nun rassistisch oder nicht. Also nicht die Figur an sich, sondern wofür sie steht. Denn Zwarte Piet ist schwarz, hat leuchtend rote Lippen und dicke schwarzen Locken. Er trägt ein buntes (Clowns-)Kostüm und wird von allen Kindern geliebt. Sinterklaas hat wohl die Sklaven befreit oder zumindest irgendwas sehr nettes für die Familie/Volk von Zwarte Piet getan (da sollte ich vielleicht noch mal nachfragen) und aus Dankbarkeit dient Zwarte Piet nun Sinterklaas. Und seit einigen Jahren beschweren sich halt Leute darüber, dass sich weiße Menschen schwarz anmalen und in ein Dieneroutfit steigen. So wirklich kann ich diese Aufruhe nicht verstehen. Alle lieben Zwarte Piet und keiner denkt dabei an Rassismus oder daran dass alle schwarzen Menschen Diener sein sollten. Meiner Meinung nach, ist es einfach ein schöner Brauch und im November und Dezember sieht man Zwarte Piet überall. Außerdem ist dieses Fest fast wichtiger als Weihnachten. Denn am Heiligen Abend gibt es hier wohl "nur" ein großes Familienessen, aber keine Geschenke. Die gibt es ja nun schon am 5. Dezember.

Foto: http://www.centrumstadskanaal.nl/

Ich hoffe, die Niederländer, die meinen Blog lesen, sind nicht ganz zu enttäuscht von meiner Meinung übers Essen und freuen sich eher noch mehr darüber, dass ich sie als ein unheimlich freundliches und zuvorkommendes Völkchen sind. Ich liebe es hier zu wohnen und täglich neue Entdeckungen zu machen. Und deswegen gibt es heute auch wieder ein neues Lieblingswort: flauwe grap! Das heißt so viel wie schlechter Witz. Denn genau so einen haben wir heute in unserem Niederländischbuch gelesen :-)

Bis dann meine treuen Leser,

Freitag, 31. Oktober 2014

Ein schlechter Tag im Land der Holländer


Hallo meine Lieben,

heute war mal so gar nicht mein Tag. Ich lerne ja gerade für meine Klausur am Montag in "Research Methodology and Descriptive Statistics" - es geht um Forschung, Reliabilität von Tests, Umfragen und so weiter und so fort. Na ja und heute habe ich zum ersten Mal erlebt, dass ich eine Thema nicht verstanden habe und selbst mit Hilfe des Internets oder Bücher keine Lösung für mein Problem gefunden habe. Das war ein schreckliches Gefühl und für mich total neu. Bisher hat immer alles irgendwie geklappt und heute wusste ich kurzzeitig nicht wie es weiter gehen soll. Nachdem ich ein, zwei Tränen über dieses erschreckende Gefühl verloren hatte, habe ich mich auf mein Fahrrad geschwungen und wollte zum Supermarkt fahren, um mir Nervennahrung (Chips und Schokolade) zu holen. Schon als ich die ersten paar Male durchgetreten habe, merkte ich, dass irgendetwas nicht mit dem Rad stimmte. Ich habe aber angenommen, dass irgendwer an meiner Schaltung rumgespielt hat und die sich nun erst wieder einpendeln muss. Nun ja, kurz bevor ich den Supermarkt erreicht hatte, konnte ich gar nicht mehr durchtreten. Also bin ich abgestiegen und habe gesehen, dass die Fahrradkette total locker war. Natürlich hatte ich kein Internet und konnte meinen Vater nur über "teure" Anrufgebühren erreichen. Nachdem ich dann nach Anordnung von Papa an der Kette rumgefummelt hatte und meine Finger mittlerweile pechschwarz waren, konnte er mir auch nicht weiter helfen. Das war der Moment, in dem ich realisierte, dass ich noch nicht mal in der Lage war, mein eigenes Fahrrad zu reparieren. Das war ein weiteres schreckliches Gefühl von Machtlosigkeit. Was mir also anderes übrig, als mein Rad nach Hause zu schieben. Auf dem Heimweg habe ich immer schön nach unten geguckt, damit keiner der Passanten meine mit Tränen gefüllten Augen sah. Zuhause ging es dann mit mir ganz den Bach herunter. Ich habe meinen ganzen Frust rausgelassen und erst mal kräftig eine Runde geweint. Mama hat mir dann ganz viel Mut zugesprochen und mir ein ganz liebes Bild mit Weisheiten geschickt, die ich mir zu Herzen nehmen soll. Meine Eltern fühlten sich schon so hilflos am anderen Ende der Skypeleitung, dass sie sich fast ins Auto gesessen hätten und her gefahren wären. Aber das hätte mein Problem ja auch nicht gelöst (na gut, vielleicht das mit dem Fahrrad). Aber schließlich muss ich ja noch für die Klausur lernen und brauche dafür jede freie Minute, die ich mich nicht gerade mit Gossip Girl oder anderen Spielereien ablenke. Auf jeden Fall war das sehr lieb gemeint und auch Anna hat meine schlechte nach nur einer Textnachricht gemerkt (sehr bewundernswerte Eigenschaft). Also hat sie mir dieses super süße und aufbauende Bild geschickt (das mich natürlich noch mehr zum Weinen gebracht hat) und ein Skype-Date mit mir vereinbart, wo sie sich die Zeit genommen hat und mir diese blöde Item-Analyse erklärt hat.

Annas "Unterstützungs"-Bild

Nachdem ich dann mit dem Auto zu Lidl gefahren bin, meinen Schokoladenvorrat aufgefüllt hatte und mich mit Kalorien vollgestopft hatte, ging es mir wieder wesentlich besser und das Lernen konnte weiter gehen. Eine erfreuliche Nachricht gab es dann doch noch: Ich habe eine 8,55 in der SPSS-Aufgabe bekommen, die wir letzte Woche abgeben mussten. Und dafür, dass der Tag so mies angefangen hat, konnte ich doch ein paar Fortschritte in Sachen "Methodenlehre" machen.

Gerade gestern erst habe ich mein Fahrrad wieder fit gemacht und mein Körbchen mit Kabelbindern festgeschnallt, meine Blümchengirlanden wieder festgeknotet und die rosanen Streifen mit pinken Glitzerstreifen überklebt. -- na ja und jetzt muss ich bis Montag warten, bis ich es wieder fahren kann - denn mein liebster Schatz kommt und er wird mir als mein großer Held die Kette wieder spannen und dafür ganz viel gutes Essen zur Belohnung bekommen. 


Dienstag war ich bei Anna in Rheine und ich muss euch unbedingt noch ein Foto von der kleinen Hazel zeigen, das ich gemacht habe. Ist sie nicht unwiderstehlich?

Hazel
Bis bald,





PS: Hier muss irgendwo eine riesige Halloweenparty sein, denn ich höre den DJ und die typisch holländischen Beats bis in mein Zimmer.... Da sag ich mal: Happy Halloween!

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Ablenkung ist die beste Vorbereitung


Mein Tag braucht etwas mehr Farbe,

ein weiterer grauer, dunkler und nebeliger Tag in Holland - nichts Neues, habe ich gehört. Aber so muss man sich dann eben ein wenig Farbe ins Haus holen. Und ich habe meinen Vormittag damit verbracht mein Rezeptbuch zu gestalten. Ich habe mir bei Amazon schon ein schönes Album ausgesucht, wo ich dann die einzelnen Rezepte reinheften kann und der Termin zum Drucken am elterlichen Farblaserdrucker steht auch schon. Mama hat mir schon vor einiger Zeit viele Familienrezepte aufgeschrieben, aber Handgeschriebenes verblasst ja irgendwann und außerdem macht es einfach zu viel Spaß mit InDesign herum zu spielen. Ein paar Layouts stehen schon, Texte sind auch schon geschrieben. Jetzt muss ich die Rezepte nur mal kochen damit ich auch schöne Fotos dazu habe. Deswegen habe ich heute auch direkt eins der Rezepte gekocht: Paprikareispfanne. War ganz lecker, aber ich hätte doch noch mehr Curry an die Soße machen können.



Natürlich war diese halbtägige Aktion auch ein wunderbarer Grund mich vom Lernen abzuhalten. Am Montag ist die nächste Prüfung und ich habe gestern mit Anna schon mal einen groben Eindruck über das fiese Lernmaterial bekommen. Da ich keine richtige Technik zum Lernen habe, probiere ich immer wieder was Neues aus und dieses Mal benutze ich Lernkarten. Nachdem ich heute noch ein paar rausgeschmissen habe, sind es nun 65 an der Zahl. Noch vier Tage zu lernen - sprich ich muss jeden Tag mindestens  17 Karten schaffen. Na dann mal ran an den Speck, würde ich sagen...

Genügend Motivation sollte ich eigentlich haben, denn gestern waren schon die Noten von der Klausur von Montag online. Und da ich mich wirklich nicht gut vorbereitet gefühlt hatte, die Klausur dann aber doch ganz gut lief, bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden! Mit einer Neun als Gesamtnoten kann ich mich sehr glücklich schätzen, denn ich habe ja schon so viel schlechtes über die holländischen Noten gehört. Warten wir aber erst mal nächsten Montag ab und meine Abgabe von dem Theorieteil meiner Premasterarbeit, dann darf ich mir ein wahres Urteil erlauben.

Zur Erklärung: 10 ist die beste Note im holländischen Notensystem

Bis dann,

Montag, 27. Oktober 2014

Erste Prüfung an der Utwente - Communication Science


Hallöchen meine Lieben,

letzte Woche ist es ein bisschen ruhig auf meinem Blog gewesen und das hatte auch einen guten Grund: Meine erste Prüfung an der University of Twente. Ich hatte ja schon erzählt, dass ich 36 Theorien auswendig lernen musste. Nun ja, das ganze hat sich doch etwas (ganz viel um ehrlich zu sein) schwieriger herausgestellt als geplant. Ich war noch nie gut im Auswendiglernen. Ich bin eher ein verstehen-und-machen-Typ, halt learning by doing. Das ging hier nicht. Einfach stumpf Zeile für Zeile und bei manchen Wörtern Buchstabe für Buchstabe merken. Ich kenne auch jetzt nicht die Bedeutung zu allen Wörtern... denn zu der Masse kommt auch noch die fremde Sprache. So sehr ich Englisch liebe, aber manchmal gibt mir auch diese Sprache Kopfschmerzen und Zungenknoten. Und wie heißt dieser tolle Spruch: Geteiltes Leid ist halbes Leid! Und deswegen habe ich mir eine Lerngruppe zusammengestellt. Da schon meine fleisch-und-blut Freunde schon nicht in Holland wohnen, damit ich mit ihnen lernen kann, müssen eben meine zweitliebsten Genossen herhalten. Darf ich also vorstellen: Heffalump, Mentor mit offenem Ohr für allerlei Problemen; Waschbär, dieses schlaue Kerlchen hat mir schon im Abi die richtigen Antworten ins Ohr geflüstert; Pinguin ohne Namen, Experte aus der Praxis - lange Zeit tätig im Erlebnis-Zoo Hannover und TUI; Eule - ich brauche zumindest eine "Person" in der Runde, die dümmer ist als ich --- aber pssst!


Zu viel lernen ist auch nicht gesund und da ich ja gut im Ausreden finden bin und mich grandios ablenken kann, habe ich erst einmal meine "viele" Zeit genutzt und endlich mein geliebtes Elefanten-Hintern-Poster aufgehangen. Da ich jetzt keinen Platz mehr an meinen Wänden dafür habe, habe ich einfach für die WG entschieden, dass sie beim Kochen diesen entzückenden Hintern sehen müssen. Ich finde, dass er da sehr gut hinpasst und ich erfreue mich beim Frühstück an dem pinken Farbklecks an einem grauen Herbstmorgen.  

Heute war dann der Tag der Wahrheit: Prüfungstag! Und nicht wir schreiben unsere Examen ja nicht irgendwo, sondern in einem speziellen Gebäude, das extra für solche Gelegenheiten eingerichtet ist. Unseres heißt "Therm" - nicht zu verwechseln mit "Thermen", kein Wasser in Sicht und auch keine entspannenden Sprudeldüsen.... Das einzige Wasser ist der Angstschweiß der Studierenden, die hier zusammengepfercht (Platz für bestimmt 300) in Reih und Glied sitzen und ihre "Kreuzchen" machen. Mein Professor hat sogar während wir noch geschrieben haben, die Klausuren korrigiert, die schon abgegeben wurden. Aber nun zu meinem "na wie war die Klausur-Gefühl": Es kamen 17 anstatt die angekündigten 10 Fragen dran. Bei manchem musste man nur mit einem Wort antworten, aber ich habe aus Sicherheit mal ein bisschen mehr geschrieben und die Antwort etwas ausgeschmückt. 16 von den 36 Theorien sind abgefragt worden und bis auf eine konnte ich alle Fragen reibungslos beantworten. Bei der einen sind mir 4 von 11 Faktoren nicht eingefallen... mal sehen. Ich bin wirklich gespannt, wie die Klausur ausfällt, denn wie ich schon gehört habe und euch auch schon erzählt habe, vergeben die Holländer ihre guten Noten nicht leichtfertig. Ich werde berichten.



Zur Belohnung habe ich für meine Lerngruppe und mich ein paar leckere Sachen im Supermarkt geholt. Meine Lieblingsnachos, neue "light" Chips und ein Sixpack Radler. Dann sag ich mal Prost ;-) ich muss aufpassen, dass Heffalump nicht wieder über seinen Durst trinkt. Also bis bald!



Mittwoch, 22. Oktober 2014

Sechsunddreißig Theorien

45 Seiten "Zusammenfassung"

Hallöchen meine Lieben,

mein Tag fing heute mit der Besprechung meines Theorieteils der Premasterarbeit an. Zum Glück war ich nicht alleine und meine Teammembers waren genauso ratlos wie ich. Unser Dozent ist wirklich nett und dass er überhaupt so einen Termin angeboten hat, ist weltklasse. Na auf jeden Fall hat er unsere Denkweise völlig umgestellt und klar gestellt, was wir eigentlich machen. Denn bei jedem Treffen, dass wir als Gruppe hatten, haben wir nie so genau gewusst, was dir ja jetzt eigentlich machen und erforschen - machen wir ein Experiment oder eine Umfrage - was sind unsere Variablen? Fragen über Fragen und keiner wusste so recht die Antwort darauf. Heute haben wir also erfahren, dass wir ein experimental Design haben, was die abhängigen Variablen anhand einer Umfrage testet - da muss man ja auch erst mal drauf kommen....Und so verlief das ganze Gespräch. Jedes Mal, wenn etwas in unseren Texten nicht ganz klar war, lag es daran, dass wir selbst nicht wussten, was wir damit meinen. Und da hätte ich mir mehr Unterstützung von unserem Mentor gewünscht, der immer wusste, was wir machten und nie etwas eingeworfen hat. Nun ja und dann kamen wir auf das Thema Plagiate zu reden. Ich hatte ja schon erzählt, dass die Uni so eine Software dafür benutzt und unser Dozent hat uns dann auch freundlicherweise unsere Prozentzahlen gezeigt, die erklären, wie viel unserer Arbeit "geklaut" ist. Bei mir waren es 10%, was nicht gerade wenig ist. Wir haben uns das dann gemeinsam angeschaut und es lag lediglich daran, dass meine Forschungsfrage natürlich mit der von jemandem aus unserer Gruppe übereingestimmt hat. Außerdem hatte ich viele Quellen genommen, die anscheinend auch jemand anderes in der Vergangenheit für seine Masterarbeit genutzt hat. Deswegen hatte meine Arbeit so viele Übereinstimmungen mit anderen Werken. Da war ich erstmal beruhigt und mein Herzchen konnte sich wieder beruhigen. 

Die Anmerkungen zu meiner Arbeit


Anschließend bin ich noch in die Stadt zur Bank gefahren und endlich habe ich ein Bild von dieser interessanten Tafel gemacht. Sie zeigt an, wie viele Fahrradfahrer gerade in der Stadt unterwegs sind - heute und für das ganze Jahr. Ich glaub es war so gegen 13 Uhr und 130 sind irgendwie nicht so viele Fahrräder. Ich meine, ich hätte sonst immer eine viel höhere Zahl gesehen. Vielleicht habe ich heute einfach einen schlechten "Fahrrad-Tag" erwischt, immerhin hat es auch den ganzen Morgen geregnet und es war A***-kalt.



In meinem schlauen Holländischkursbuch habe ich den Tipp gelesen, dass ich mir Zeitschriften und Zeitungen auf holländisch durchlesen soll und als ich letzte Woche dann so an der Kasse bei Albert Heijn stand und das Cover der holländischen Cosmopolitan mit der Schauspielerin von "Gossip Girl" (die Serie, die ich ja jetzt erst angefangen habe zu gucken und zu lieben) gesehen habe, musste ich die Zeitschrift doch noch aufs Band legen. Und jetzt versuche ich immer wieder reinzuschauen und doch irgendwas zu verstehen... auf jeden Fall steht da wohl was drin über "gesund und glücklich leben" - das konnte ich bisher schon vom Titel entziffern... und um Sex geht es natürlich auch... wie in jeder Ausgabe. Das ist wohl vom Land unabhängig und in jeder Sprache gleich wichtig ;-)


Das Thema "Prüfungsphase" darf ich nicht vergessen - schließlich muss ich bis Montag meine SPSS-Aufgabe fertig machen - von den 9 Seiten Fragen, habe ich schon genau keine beantwortet. Morgen setze ich mich mit Anna in die Bibliothek und ich hoffe, dass wir dann mit einem Tag konzentrierter Arbeit damit durch sind. Denn ich muss ja auch noch 36 Kommunikationstheorien für die Klausur am Montag auswendiglernen. Drei kann ich mir bereits merken... mal sehen wie viel davon morgen noch übrig ist. Ich habe mal durchgerechnet...ich müsste jetzt also jeden Tag mindestens 10 Theorien auswendig lernen, damit ich noch eine Chance habe, die Prüfung einigermaßen zu bestehen. - Und mit "bestehen" meine ich wirklich mein höchstes Ziel. Denn Holländer vergeben gute Noten wie Geldnoten, nämlich nur sehr selten und sehr ungern. Das heißt, wenn ich eine 6 (holländisches Notensystem geht bis 10 - sehr gut), dann wäre ich schon glücklich. Dazu ist zu sagen, dass man mit einer 5,5 schon durchfällt - ich brauche also eine Punktlandung.
Ich kann mich noch an meine Abi-Abschlussklausur in Pädagogik erinnern - da mussten wir glaube ich drei oder vier Theorien lernen, im Master müssen die natürlich direkt übertreiben - lasst euch das mal auf der Zunge zergehen: Sechsunddreißig Theorien!

Na gut... ich muss noch mal ein paar Vokabeln für meinen Dutchkurs morgen wiederholen.

Gute Nacht,

Montag, 20. Oktober 2014

Das bisschen Haushalt

Hallöchen,

was man in der Prüfungsphase nicht alles macht... abwaschen, staubwischen, staubsaugen, aufräumen, umräumen, holländisch lernen.... na ihr kennt das ja.

Am Wochenende habe ich sogar mit viel Gemüse lecker gekocht und endlich meine erste Version vom ersten Teil meiner Premasterarbeit an meinen Dozenten geschickt. Am Mittwoch treffe ich mich mit ihm und dann wird er das Stück Papier wahrscheinlich vor meinen Augen in der Luft zerreißen... ich habe echt keine Ahnung, was mich da erwarten wird und wie viel ich falsch gemacht habe. Bei meiner Bachelorarbeit habe ich ganz anders gearbeitet... also hat mir das auch keinen Vorsprung verschafft. Das schönste ist ja, dass als ich meine Arbeit auf Blackboard (das ist so eine Plattform wie Moodle, nur besser) hochgeladen habe, wurde das direkt durch eine Plagiatssoftware durch geschossen. Also wenn da am Mittwoch 100% Plagiat drauf steht, dann ist mir auch nicht mehr zu helfen. Schließlich besteht so ein Theorieteil doch nun mal aus der Literatur anderer Leute... na auf jeden Fall ist mir schon etwas warm geworden, als ich das mit der Software gelesen habe. Als wäre ich eine Kriminelle.... Genauso geht es mir übrigens auch jedes Mal, wenn ich über die Grenze fahre. Nicht, dass ich Angst haben müsste, aber irgendwie ist es doch komisch so oft das Land zu wechseln. Zwei meiner Kommilitoninnen (Anna und Mery) wurden nämlich vom Zoll schon rausgefischt. Und dieses spannende Erlebnis möchte ich mir doch entgehen lassen.

Na, auf jeden Fall war ich heute in Rheine und bin bei der Gelegenheit kurz bei Anna vorbei gefahren. Sie und ihr Freund haben seit Freitag eine Katze und die musste ich mir direkt mal anschauen. Und das ist sooo eine süße ältere Dame - ganz schwarz bis auf eine weiße Stelle unterm Kinn. Streicheln lässt sie sich auch und verspielt hinter dem Laserpointer springt sie durchs ganze Wohnzimmer. Hach, der Ausflug hat sich damit echt gelohnt. Also wenn ich demnächst wieder das Bedürfnis nach TIER verspüre, brauche ich nur 50 km nach Rheine fahren und darf dann da hoffentlich so viel schmusen und spielen wie Katze aushält - übrigens, ihr Name ist Hazel (erinnert mich total an den Film/das Buch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" und deswegen ist der Name noch tausendmal schöner geworden).


Zurück zum Wesentlichen. Anstatt für meine Prüfungen zu lernen, habe ich mir heute mal das Onlineportal für meinen holländischkurs angeschaut. Dort gibt es viele Grammatikaufgaben und auch eine Rubrik "Lieder" und dort habe ich dieses Schmuckstück gefunden und konnte es euch natürlich nicht vorenthalten. Also Lautsprecher aufdrehen und genießen ;-)


Tot ziens!

Montag, 13. Oktober 2014

Wiedersehen mit Fabi

Mit Jive den Sonnenuntergang am Maschsee genießen

Hallo meine Lieben,

und schon wieder ist eine Woche rum. Die Zeit rast aber auch. In genau zwei Wochen schreibe ich meine erste Klausur - in Communication Science. Dafür müssen wir 36 Kommunikationstheorien auswendig lernen. Zum Glück haben Anna und ich schon fast alle zusammengefasst und wir müssen sie "nur" noch lernen. Eine Woche später haben wir dann die Klausur in Research Methodology, wo es um Forschungsdesigns und wissenschaftliches Arbeiten geht. Etwas verwirrend ist es schon, dass wir momentan schon Vorlesungen zu Themen haben, die wir erst im nächsten Quartal brauchen bzw. die erst nächstes Quartal abgefragt werden. So muss man jetzt am Ball bleiben, da es jetzt relevantes Wissen gibt, dass wir brauchen, um den Stoff im nächsten Kurs zu folgen - andererseits würde man die Zeit doch lieber nutzen, um sich auf die Klausur in diesem Quartal vorzubereiten. Alles nicht so einfach. Dazu kommen dann noch eine Aufgabe, die wir mit SPSS lösen müssen (wahrscheinlich müssen wir da verschiedene Daten analysieren, Werte herausfinden und dementsprechende Diagramme abbilden) und der erste Teil unserer Premasterarbeit muss auch fertig sein. Bis Sonntag muss ich schon mindestens 50% von der Premasterarbeit fertig haben, damit ich sie mit meinem Dozenten durchsprechen kann. Und ich habe gerade mal knapp 250 Wörter geschrieben und unsere Gruppe ist sich immer noch nicht ganz einig was die Variablen angeht.... Aber Kopf hoch... bald ist ja Weihnachten ;-)


Natürlich habe ich nicht nur Fächer, in denen wir so tolle und vielsagende Folien, wie oben zu sehen, haben, sondern in Communication Science zeigt uns unser Professor immer gerne Videos und eins wollte ich euch nicht vorenthalten. Es geht in der Kommunikationstheorie "Groupthink" um das Verhalten von Menschen in einer Gruppe. In dem Video wird gezeigt, wie eine Gruppe das Verhalten des einzelnen beeinflussen kann - einfach sehr witzig :-)


Aber nun zu meinem Wochenende: Am Freitag habe ich noch jemanden mit nach Hannover genommen. Da ich ja mit dem Auto fahre und das ganz schön aufs Geld geht - jedes Mal ungefähr 60 Euro - lohnt es sich schon, wenn ich eine Mitfahrgelegenheit anbiete. Für einen Freitagnachmittag sind wir relativ gut durch gekommen und als ich bei Fabi ankam, ließ der Geruch von frisch gebackener Pizza mir das Wasser im Mund zusammen laufen. Natürlich haben wir auch einen Großeinkauf gemacht - denn wann hat Fabi noch mal ein Auto zur Verfügung und kann seinen Getränkevorrat auffüllen. Da ist mir dann übrigens auch aufgefallen, dass meine Entdeckung, die ich im letzten Beitrag beschrieben habe, gar keine Neuheit ist. Denn diesen Brotaufstrich gibt es auch in Deutschland - zumindest bei Edeka! 


Den Abend haben wir dann auch nicht mehr viel gemacht. Wir haben uns so lange nicht gesehen gehabt, dass es einfach schön war gemeinsam auf der Couch zu liegen und den anderen neben sich zu spüren. Samstag früh bin ich zum Einwohnermeldeamt in Hannover gefahren, weil ich mich noch ummelden musste. Schließlich habe ich ja nun meinen Hauptwohnsitz wieder bei meinen Eltern. Der (nicht ganz so) nette Herr im Amt hat mir dann leider erklärt, dass man seinen Hauptwohnsitz nicht abmelden kann und das ich zum Ummelden doch bitte nach Langerwehe fahren soll. Na super, jetzt darf ich noch mal 60 Euro für Sprit ausgeben, obwohl ich als Studentin wohl doch besseres mit dem Geld anstellen könnte. Na gut... nach dem tollen Erlebnis am Morgen bin ich wieder zurück zu Fabi in die Wohnung und habe mich meinen Statistikbüchern gewidmet. Abends sind wir dann zum Maschsee gelaufen und haben ganz klassisch eine Flasche Sekt am Ufer getrunken und den Sonnenuntergang beobachtet. Hach.... das brauchte ich mal wieder - Romantik lässt sich schlecht alleine herstellen. Anschließend haben wir uns mit Robert, Fabis Freund aus Berlin, und seiner Freundin getroffen. Mit ihnen sind wir durch ein paar Bars getingelt - ach übrigens Maria, das wollte ich speziell dir noch an dem Abend schreiben, aber ich habe ja kein Internet in Deutschland und irgendwie kommen meine SMS nicht bei dir an: Wir waren im Jack's und ich habe dir zu Ehren und um alte Zeiten willen, einen Butterscotch bestellt und er war köstlich :-)


Gestern ging es dann auch schon wieder zurück in meine neue Heimat. Aber nicht ohne drei Packungen meiner Lieblingssalami, meiner Bärchenwurst und einem großen Pott Zaziki. Das habe ich übrigens heute direkt aufgemacht und bei einem Glas Wein genossen - eine super Belohnung nach einem langen Tag in der Uni.


Jetzt lege ich mich in mein Bettchen und gucke mir Gossip Girl an - ja, ich weiß ich bin ganz schön spät dran damit anzufangen, aber irgendwann musste es ja sein. Sex and the City steht auch schon auf meiner Liste. Ich muss ja auch mal mitreden können ;-) Vor dem Schlafengehen werde ich noch eine Runde niederländische Vokabeln lernen und mich dann von den Geräuschen der Kirmes, die gerade in Enschede stattfindet, in den Schlaf wiegen lassen.

Bis dann,